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Basdorf

Ortsbeschreibung | Heidekrautbahn | Heidekrautbahn-Museum | Dorfkirche

Ortsbeschreibung

Basdorf liegt in einer waldreichen Gegend am Rande Berlins.
Im Mittelalter zur Vogtei Biesenthal gehörend, kauften 1476 die Zisterzienser alle Rechte am Dorf. Sie besaßen es bis 1542.

Basdorf ist eine typische Vorstadtgemeinde im Grünen mit gepflegten Restaurants, Hotels und Freizeitangeboten. In den letzten Jahren entstanden ein neues Ortszentrum mit Marktplatz, ein Seniorenzentrum und zahlreiche neue Wohnhäuser im Grünen.

Der Bahnhof Basdorf ist Ausgangspunkt für Wanderungen in die Umgebung (Rahmer See, Briesetal, Wandlitz, Liepnitzsee u. a.).
Basdorf besitzt eine bemerkenswerte Dorfkirche, deren ältesten Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen. Das heutige Bauwerk ist eine spätgotische Saalkirche aus der Zeit um 1500 mit Netzgewölbe, geschnitzter Kanzel und Sakramentsnische.

Die Heidekrautbahn

Mit dem Bau der Reinickendorf-Liebenwalder-Groß Schönebecker-Eisenbahn, die von der Bevölkerung liebevoll als Heidekrautbahn bezeichnet wurde, kam 1901 auch in das einstige Bauerndorf neues Leben. Basdorf wurde zum wichtigsten Punkt der Strecke. Sie teilte sich hier in zwei Streckenäste, der westliche führte nach Liebenwalde, der östliche bis Groß Schönebeck. Was aber für den Ort viel wichtiger war, ist, daß sich mit der Bahn auch die Industrie in Form einer Reparaturwerkstatt mit Lokschuppen ansiedelte. Im Laufe der Jahre wurde die Werkstatt zu einem Bahnbetriebswerk ausgebaut und die Lok- und Triebwagenschuppen wesentlich erweitert.

Heidekrautbahn-Museum

1997 verlegten die Berliner Eisenbahnfreunde e. V. ihr Domizil von Berlin-Reinickendorf nach Basdorf. Sie zogen in einen Teil des Bahnbetriebswerkes und gründeten hier das "Heidekrautbahn-Museum". Es ist ein Museum ganz besonderer Art, denn es enthält nicht nur Ausstellungsstücke zur Gegenwart und Geschichte der Heidekrautbahn. Es hat sich auch zum Ziel gesetzt, dem Besucher ein eigenes Bahnerlebnis, von Fahrten mit einem Traditionszug bis zur Arbeit in der Werkstatt, zu vermitteln. 

Ein besonderes Prunkstück des Museums ist die noch betriebsfähige Dampflokomotive "Ampflwang". Die 1923 in Hannover gebaute Zwillings-Naßdampftenderlok erhielt ihren Namen nach der oberösterreichischen Stadt Ampflwang, wo sie bis 1979 stationiert und bis 1973 im Güterzugverkehr eingesetzt war. 1980 kam sie in Besitz der Berliner Eisenbahnfreunde. Nach völliger Instandsetzung konnte die Lok 1985 der Berliner Öffentlichkeit vorgestellt werden. 1991 verließ sie erstmals Berlin und beförderte den Museumszug zum 90jährigen Jubiläum der Heidekrautbahn von Berlin-Rosenthal nach Basdorf. Nach nochmaliger Hauptuntersuchung fährt sie seit 1996 wieder planmäßig mit dem Museumszug.

Zum Lokomotivbestand des Museums gehört auch die Mehrzwecktenderlok der Baureihe 65 10. Sie war bei der Deutschen Reichsbahn im Reise- und Güterzugverkehr auf Haupt- und Nebenstrecken tätig. Zur Zeit werden an ihr umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt, um auch sie für einen späteren Zugdienst fit zu machen.

Dorfkirche

Die ältesten Teile der Saalkirche in Basdorf stammen aus dem 13. Jahrhundert. Die Kirche wurde vermutlich von der Lehniner Bauhütte errichtet. Das heutige Bauwerk ist ein spätgotischer Saalbau aus der Zeit etwa um 1500, bestehend aus Mischmauerwerk, verputzt und mit nachträglich angefügtem dreiseitigen Ostschluß.

Der - im Unterteil vielleicht ältere - Westturm mit verbrettertem Aufsatz und geschweifter Barockhaube wurde 1737 errichtet. Die eingearbeitete Uhr, welche von allen 4 Seiten zu sehen ist, stammt aus desselben Zeit und wurde 1825 erneuert.

 

Der Anbau der Südvorhalle mit Backstein-Blendengiebel entstand 1860 nach einem Entwurf von Schinkel.
Als Eingang zum Kirchenschiff ist noch das spätgotische spitzbogige Südportal mit 3fach gestuftem Backsteingewände zu sehen. In der Nordwand des Schiffes ist ein ähnliches Portal vermauert.

Im Innern der Kirche finden wir ein reiches Sterngewölbe auf Birnstabrippen aus der Zeit des Choranbaues. Der hölzerne Altaraufsatz entstand im Jahre 1707. Er ist verziert mit reich geschnitztem Akanthusrahmen und einem Ovalgemälde mit Abendmahl von Christian Krueger. Links vom Altar hat sich die alte Sakramentsnische erhalten, deren Backsteinrahmen ziegelstark vorspringt und deren Giebel aus Krabbenformsteinen gebildet ist (Krabbengiebel). Die geschnitzte Kanzel mit Moses als Trägerfigur wurde 1690 angefertigt.

© Märkische Eiszeitstraße, KAG Heidekrautbahn, Ebert, Busse, de Taillez, 2003 

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16.05.2012

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