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Die historischen Stadtbefestigungsanlagen Bernaus stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die ursprünglich 1496 Meter lange und acht bis zehn Meter hohe Mauer umschloss ursprünglich den Stadtkern. Die Mauer aus Feldsteinen mit 42 Lughäusern, zwei Rundtürmen und drei Stadttürmen wurde von einem dreifachen Wall- und Grabensystem ergänzt. Bis heute sind der Pulver- und Hungerturm sowie Reste der Rundtürme erhalten.

Von den drei Stadttoren gibt es heute noch das Steintor. Es steht am östlichen Ende der Berliner Straße. Durch zwei Wehrgänge ist es mit dem Hungerturm verbunden. Seit 1882 werden im Steintor (einer Abteilung des Heimatmuseums) die Schätze der Vergangenheit gehütet. Dazu gehören wertvolle Waffensammlungen, Zeugnisse alter Handwerkskunst und zahlreiche Schriften aus der Stadtgeschichte. Der Hungerturm kann seit 1994 von Besuchern bestiegen werden und bietet einen herrlichen Ausblick auf die Stadt.

Unweit der Mühlenstraße befindet sich das in die Stadtmauer eingelassene, etwa 250 Jahre alte Henkerhaus, einst Wohnsitz des Scharfrichters. Heute gehört es zum Heimatmuseum und präsentiert Werkzeuge seiner ehemaligen Hausherren, unter anderem das Richtschwert aus dem 16. Jahrhundert und einen Schandstein für zanksüchtige Weiber.

Das Wolf Kahlen Museum ist dem umfassenden Lebenswerk des Medienkünstlers Wolf Kahlen gewidmet. Das Museum zeigt repräsentative Leihgaben zentraler Werke von 1956 bis heute. Wolf Kahlen gehört zu den einflussreichsten Medienpionieren in der Film-, Video-, Foto- und Klangkunst.

Die von Hannes Meyer und Hans Wittwer konzipierte und im Mai 1930 fertig gestellte Bundesschule des ADGB in Bernau bei Berlin ist ein Werk des Bauhauses in Dessau, jener führenden Hochschule für Gestaltung, die heute als die weltweit bedeutendste Kunstschule im vergangenen Jahrhundert eingeschätzt wird. Die Bundesschule ist nach dem Bauhaus-Gebäude in Dessau von 1925/26 (Architekt Walter Gropius), das zweite große Schulgebäude aus dem Wirkungsfeld des Bauhauses. Unter allen Bauhaus-Bauten steht es als ein anerkanntes Meisterwerk mit an der Spitze.

Das imposanteste und geschichtlich bedeutendste Bauwerk Bernaus ist zweifellos die Marienkirche. Sie wird zu den schönsten und bemerkenswertesten Kirchen des märkischen Raums gezählt werden. Ihre heutige Gestalt erlangte sie durch eine im 14. Jahrhundert beginnende, zweihundert Jahre andauernde Bautätigkeit. Eine Inschrift im Gewölbe über der Kanzel nennt das Jahr 1519 als Abschluss der Bautätigkeit. Seit der Zeit hat die Kirche die jetzige Form als vierschiffige Hallenkirche mit Chorumgang. Die wunderschöne Kirch birgt in ihren Mauern Kunstwerke von unschätzbarem Wert.

Das Kantorhaus ist das älteste erhaltene Fachwerkhaus in Bernau. Es wurde 1582 in der Tuchmachergasse, der heutigen Tuchmacherstraße erbaut. Das Fachwerkhaus weist als einziges der Stadt im Rahmen zwischen der 1. und 2. Etage eine ausgestemmte Inschrift auf. Im alten Bernauer Lagerbuch von 1719 wird das Kantorhaus noch als "drei Censitenbuden" bezeichnet. Tatsächlich befanden sich unter dem gemeinsamen Dach des Hauses drei kleine Häuser. In späteren Jahren waren es nur noch zwei, wie die beiden Haustüren zeigen. Der kulturhistorische Wert des Hauses besteht zudem in der an der Rückfront sichtbaren Ständerbauweise, von der es nur noch ganz wenige gibt. Heute befindet sich die Bernauer Musikschule in dem Gebäude.

Vor der Stadt, hinter dem Mühlentor befindet sich das St.-Georgen-Hospital. Das Sankt-Georgen-Hospital in der Mühlenstraße wurde von der noch heute existierende Stiftung der reichen Tuchmachergilde (Gründung vermutlich im Jahre 1328) erbaut. Nach der Zerstörung durch die Hussiten wurde das Hospital im 15. Jahrhundert wieder aufgebaut. Die zur Stiftung gehörende Sankt Georgen Kapelle ist das älteste Bauwerk Bernaus. Das Hospital wird gegenwärtig von verschiedenen sozio-kulturellen Einrichtungen genutzt.

Die Galerie Bernau besteht seit 1989. Die Galerie im Stadtkern versteht es ausstellungsbegleitende Veranstaltungen unterschiedlichster Genres mit der Bildenden Kunst zu verknüpfen und so kulturelle Gesamterlebnisse zu schaffen. Jährlich strömen über 12.000 Besucher in die Ausstellungsräume und den Innenhof der Galerie, die sich auf Grund ihres lebhaften Engagements auch überregional einen beachtlichen Ruf erarbeitet hat. Kunstpädagogische Angebote und monatliche Puppentheatervorstellungen am Sonntagvormittag machen die Galerie zu einem Besuchermagnet für die ganze Familie.

Als Walter Ulbricht vor dem Ungarn-Aufstand im Jahre 1956 um die Sicherheit der SED-Funktionäre fürchtete, wurde in den darauffolgenden Jahren die sogenannte Waldsiedlung Wandlitz für das SED-Politbüro gebaut und für die Öffentlichkeit abgeriegelt. Erst im November 1989 durften erstmals DDR-Journalisten einen Blick in die Waldsiedlung werfen. Nach dem Fall der Mauer wurde das Objekt dem Gesundheitsministerium der DDR übertragen. Später gründeten die Gebrüder Michels aus dem nordrhein-westfälischen Münster die Brandenburg Klinik auf dem Territorium des ehemaligen SED-Gelände. Seit 1991 ist die Waldsiedlung öffentlich als Kurort anerkannt.