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Geschichte | Ortsbeschreibung | Artistenmuseum | Dorfkirche
Geschichte
Klosterfelde wird 1242 erstmalig urkundlich erwähnt. Der Ort war damals im Besitz des Klosters Lehnin. Im Mittelalter lebten die Menschen von der wenig ertragreichen Landwirtschaft und dem Fischfang auf dem Lottschesee. Später siedelte sich das holzverarbeitende Gewerbe an. Mit dem Bau der Straße Berlin-Prenzlau im Jahre 1834 - 1836 erhielt die Entwicklung des Dorfes zur Industriegemeinde neue Impulse. Vor allem Tischler, Zimmerleute, Böttcher und Wagenbauer gründeten hier ihre Existenz. Diese Entwicklung wurde durch die Eisenbahnlinie, die ab 1901 durch den Ort führt, weiter gefördert. 1852 hatte Louis Bergemann in Klosterfelde eine Tischlerei gegründet, die sich erweiterte und auf Küchenmöbel spezialisierte. Das Klosterfelder Küchenmöbelwerk zählte jahrzehntelang, trotz vielfacher Besitz- und Namensänderungen, zu den bekanntesten und leistungsfähigsten Betrieben in der Region.

Ortsbeschreibung
Das Zentrum des Ortes bildet der liebevoll gestaltete Dorfanger, auf dem ein großer Findling steht, der 1992 aus Anlass der 750-Jahr-Feier hier aufgestellt wurde. Die Feldsteinkirche stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert. Im Jahre 1742 fand ein barocker Umbau der Kirche statt. Ein besonderes Kleinod ist die mit naiver Schnitzerei versehene polygone, hölzerne Kanzel aus dem Jahre 1690.
Erwähnenswert sind schließlich noch zwei Trödelläden am Anger, die hinsichtlich Vielfalt und Originalität dessen, was sie zu bieten haben, sich durchaus sehen lassen können.
Zwei Kilometer nördlich von Klosterfelde liegt der Lottschesee, ein kleiner See, in dem man gut baden und fischen, an dem man aber auch gut essen kann. Ein Rundweg lädt zum Spaziergang ein. Von Klosterfelde aus kann man interessante Fahrrad- und Wandertouren in die nähere und weitere Umgebung unternehmen.

Internationales Artistenmuseum
Ein Touristenziel ganz besonderer Art entstand 1997 mit der Eröffnung des „Internationalen Artistenmuseums“, das auch den Untertitel „Die Ruhmeshalle der Artistik und des Fahrenden Volkes“ trägt. Grundlage für dieses einmalige Museum bildete das 1954 von Roland Weise, einem Journalisten und leidenschaftlichen Artistenfreund, gegründete „Archiv internationaler Artistik“. Es ist heute noch das größte Privatarchiv dieses Metiers in Europa. In zwei Ausstellungshallen und vier Räumen werden neben ständigen historischen Exponaten im halbjährlichen Wechsel thematische Ausstellungen gezeigt. Die enorme Fülle und Einmaligkeit dessen, was Roland Weise in seinem Museum zu zeigen hat, ist in diesem Rahmen kaum zu beschreiben – man muß es einfach selbst gesehen haben.

Dorfkirche
Die Geschichte dieser Kirche reicht zurück ins 13. Jahrhundert. Ursprünglich als rechteckiger Feldsteinbau mit eingezogenem, quadratischen Chor errichtet, wurde sie Ende des 15./ Anfang des 16. Jahrhunderts mit einem halbrunden Ostabschluß nach Osten verlängert.
An der Nordseite wurde die tonnengewölbte Sakristei angefügt.
Im Jahre 1742 fand ein barocker Umbau der Kirche statt. In diesem Zusammenhang errichtete man den zweigeschossigen Westturm mit Putzgliederung (Lisenen) und Haube.
Innen wurde der Chor in vier Jochen kreuzrippengewölbt. Die Birnstabrippen werden von Kopfkonsolen getragen. Chor und Apsis sind jeweils durch Spitzbögen abgesetzt.
Das Kirchenschiff erhielt eine Stuckdecke und eine Hufeisenempore.
Der hölzerne Altaraufsatz mit seitlichen Aufgängen datiert aus dem Jahre 1719. In der Predella befindet sich ein Ölbild, thematisierend das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Das Altarbild - mit der Kreuzigung Jesu - wird von zwei gewundenen Weinlaubsäulen flankiert. Vor den Akanthuswangen stehen geschnitzte Freifiguren von Moses und Johannes Ev.
Im gesprengten Volutengiebel befindet sich eine weitere Holzplastik, die den auferstandenen Christus zeigt.
Ein besonderes Kleinod ist die mit naiver Schnitzerei versehene polygone, hölzerne Kanzel aus dem Jahre 1690. Der fünfseitige Kanzelkorb, der von einer geschnitzten Mosesfigur getragen wird, beinhaltet in den Brüstungs- feldern Holzfiguren von 4 Evangelisten und im mittleren Feld den Salvator mundi. Alle Felder werden begrenzt von gedrehten Ecksäulchen. Auf dem Schalldeckel steht die Holzplastik des auferstandenen Christus.
Die ungewöhnliche kugelförmige, hölzerne Taufe auf drei Tierfüßen, links vor dem Altar, entstand Anfang des 18. Jahrhunderts (ehemals in Rüdersdorf, Ortsteil Tasdorf).



© Märkische Eiszeitstraße, Ebert, Busse, de Taillez, 2003