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Geschichte | Ortsbeschreibung | Dorfkirche
Geschichte
In einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Ludwig wird Lindenberg erstmals urkundlich genannt. Die Experten waren sich aber schon lange einig, daß der Ort wesentlich älter ist, denn Vermutungen, daß die spätromanische Kirche des Dorfes aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammt, wurde neuerdings durch dendrochronolgische Befunde bestätigt: die untersuchten Balken stammen aus der Zeit um 1269/71.
Schon im Landbuch von 1375 wird das Zisterzienser-Nonnenkloster Zehdenick als Besitzer wesentlicher Teile des Dorfes genannt. 1541 verfügt das Kloster noch immer über das Kirchenpatronat. Nach der Reformation kam Lindenberg zunächst an das Amt Zehdenick, später zu Biesenthal und 1748 schließlich zum Amt Mühlenhof.

Ortsbeschreibung
Lindenberg befindet sich an der Stadtgrenze zu Berlin zwischen den Stadtteilen Hohenschönhausen und Pankow. Der Ort besteht aus drei Ortsteilen: Lindenberg (Dorf), Neu-Lindenberg und Klarahöh. Der historische Ortskern des Angerdorfes ist noch erhalten. Die Kirche ist ein stattlicher spätromanischer Feldsteinbau aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit querrechteckigem Westturm von Schiffsbreite, eingezogenem Chor und Apsis. Besonders sehenswert ist die Innenausstattung, wie z. B. der hölzerne Altaraufsatz von 1694, die Kanzel im Barockstil von 1702 und verschiedene Schnitzfiguren.

Dorfkirche
Bedeutender Granitquaderbau des 13. Jahrhunderts mit eingezogenem Chor, runder Apsis und Turm in Schiffsbreite (vollständiger Typ mit Turm). Portale und Fenster sind als Rundbogen ausgelegt. Auf Grund dieser Merkmale müßte man den Kirchenbau in das 1. Viertel des 13. Jahrhunderts stellen. Die auf der Basis der Dendrochronologie ermittelten Bauzeit ergibt aber frühestens das Jahr 1269/71. Im Norden des Chores befindet sich der spätgotische Sakristeianbau.Original erhaltene Öffnungen sind nur das 3-stufige Westportal und die 3 Apsisfenster. Ende 15. Jahrhundert/Anfang 16. Jahrhundert wurde der Turm, der wie aus den regelmäßigen Quadern ersichtlich, nur bis Schiffshöhe reichte, als unregelmäßige Feldsteinmauer erhöht und mit einem Satteldach ausgestattet. Zur gleichen Zeit erfolgte die Einwölbung von Schiff und Chor. Restaurierungen erfolgten 1794, 1807, 1848, 1860/64 und 1911. Zu letzterem Zeitpunkt wurde der flächige Putz entfernt und die ursprünglichen, bei der gotischen Einwölbung vermauerten Öffnungen am Außenbau frei gelegt und als Blenden stehen gelassen.

Kircheninneres
Im Innern sind Chor- und Apsisbogen rundbogig. In Schiff und Chor finden wir ein reiches Netzgewölbe mit Birnstabrippen, Rippenanfänger an den Wänden im Schiff auf 6 figürlichen Konsolen, im Chor ein Schlußstein mit Büste des heiligen Sebastian. In der Halbkuppel der Apsis befindet sich ein Wandgemälde der Majestas Domini (Anfang 15. Jahrhundert), 1916 freigelegt und stark ergänzt.
Auf dem Altartisch aus Granitquadern erhebt sich ein großer hölzerner Altaraufsatz von 1694 mit breitem Abendmahlsbild, umrahmt von gewundenen Säulen und Akanthuswangen mit Engelköpfen. Das hölzerne Altarkruzifix stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Die Kanzel von 1702, ebenfalls aus Holz, wird getragen von einer Petrusfigur. Auf den fünf Teilen des Kanzelkorbes stehen Freifiguren von Christus und den Evangelisten zwischen gedrehten Ecksäulen. Der kniende Taufengel von 1700 wurde 1911 restauriert.
An der Südwand des Chores sind 3 spätgotische Schnitzfiguren (1470), Madonna mit Kind, Maria Magdalena und ein Bischof, zu bewundern.

Auf der Chornordseite finden wir die Figur einer "Anna Selbdritt" aus dem auslaufenden 15. Jahrhundert.
Die gestufte Westempore stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der ansehnliche Orgelprospekt wurde Anfang des 20. Jahrhunderts neu errichtet. Heute wird die Orgel infolge Restaurationsbedürftigkeit nur für die Begleitung der Gottesdienste genutzt.

© Märkische Eiszeitstraße, Busse, de Taillez/Ebert, 2002