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Geschichte | Ortsbeschreibung | Feldsteinkirche
Geschichte
Der Name soll von dem heute kaum noch bemerkenswerten Fließ, der "Schwanebäke", abgeleitet sein. Bedeutsam für den Ort war, daß es an der wichtigen Heer- und Handelsstraße Berlin – Bernau – Eberswalde lag.
Erstmals wird der Ort 1257 in einer Urkunde der Markgrafen Johann I. und Otto III. genannt, die dem Kloster Zehdenick das Eigentum von 2 Hufen im Dorf Schwanebeck, geschenkt vom Hofmarschall Albero für sein Seelenheil, bestätigen.
Im Landbuch wird in Schwanebeck auch eine Windmühle verzeichnet. Nach dem Schoßregister befindet es sich 1450 in Arnimschen Besitz. 1577 ging es zusammen mit den Biesenthalschen Gütern derer von Arnim an den Kurfürsten und wurde vom Amt Biesenthal verwaltet.

Ortsbeschreibung
Schwanebeck liegt in einer Schmelzwasserrinne der Grundmoränenlandschaft des östlichen Niederbarnim, direkt am nördlichen Stadtrand von Berlin.
Die Kirche ist ein bemerkenswerter Feldsteinbau aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, bestehend aus Schiff, quadratischem Chor und Apsis. Bemerkenswert ist der Schnitzaltar. Der Backsteinturm mit Turmuhr wurde im 19. Jahrhundert westlich vorgesetzt. Im Jahr 2001 gründete sich der Förderverein "Dorfkirche Schwanebeck", der sich die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Kirche zur Hauptaufgabe gestellt hat.
Im Ort sind einige größere Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus der Gründerzeit zu sehen. Durch die unmittelbare Angrenzung an die Bundeshauptstadt wächst die Bedeutung des Ortes und der Wohnungsbau gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Feldsteinkirche Schwanebeck

Die Schwanebecker Kirche ist ein gut erhaltener Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert bestehend aus Schiff, eingezogenem quadratischem Chor und Apsis. Die ersten Fenster sind als Wandblenden noch erkennbar. Der ursprüngliche Turmaufbau wurde nur bis zum Dachfirst ausgeführt. Er ist in das Kirchenschiff miteinbezogen. Erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts (ca. 1861/62) wurde ein quadratischer Turm aus Backstein mit Turmuhr westlich vorgesetzt. Im gleichen Zeitraum wurden die Fenster vergrößert, die rundbogigen spätromanischen sind in der Vermauerung noch erkennbar. Original erhalten ist die Priesterpforte auf der Nordseite des Chores sowie das vermauerte Südportal im Langhaus, das ehemalige Westportal wurde 1862 bis auf eine Pforte zugesetzt.
Kirchengewölbe
Durch die Einwölbung im späten 15. Jahrhundert ist eine schöne Raumwirkung entstanden. Schiff und ehemaliger Turmunterbau sind einheitlich 2-schiffig unterteilt. Im Kirchenschiff ruhen auf einem runden Mittelpfeiler 4 quadratische Kreuzrippengewölbe. Je ein weiterer, quadratischer Pfeiler befindet sich unter dem Triumphbogen und der Öffnung der alten Turmostwand. Im Chor finden wir 2 schmalrechteckige Joche, alle Rippen sind in Birnstabprofil ausgeführt.
Die Schlußsteine sind rund. Auch die Sakristei ist mit einem hochansteigenden Kreuzrippengewölbe ausgestattet. Im nördlichen Apsiseinzug befindet sich die spätgotische Sakramentsnische.
Ausstattung
Der Altaraufsatz mit Schnitzfiguren wurde wohl aus zwei verschiedenen Altären gegen Ende des 16. Jahrhunderts zusammengesetzt.
Die Figuren im Mittelschrein, Maria mit Kind zwischen Katharina und Margarete, sowie 2 Heiligenfiguren der Bekrönung datieren etwa vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Die 4 Heiligen in den Flügeln, 2 weibliche Büsten in der Predella und der thronende Christus der Bekrönung um 1430/40. Auf den Rückseiten der Flügel sind die Evangelisten Markus mit Löwen und Lukas mit Stier dargestellt. In der Predella finden wir zudem ein Kreuzigungsrelief aus Gips aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Die Schnitzfigur der heiligen Anna selbdritt befindet sich in einer kleinen Nische an der Südostecke des Kirchenschiffes.
© Märkische Eiszeitstraße, Busse, Ebert, de Taillez, 2002