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Baukultur in ländlichen Räumen

Foto: Willmersdorf / Oliver Koehler / Pressestelle

Staatssekretärin Lange stellte Gutachten vor

Presseinformation - Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg

Infrastrukturstaatssekretärin Katrin Lange hat heute auf einer Fachtagung zur „Baukultur in ländlichen Räumen Brandenburgs“ in Neuseddin  ein Gutachten über gutes Planen und Bauen auf dem Land vorgestellt. Das Gutachten wurde von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) erarbeitet.

Katrin Lange: „Die Brandenburgischen Städte und Dörfer sind reich an baukulturellem Erbe. Dies gilt es zu bewahren, aber auch weiter zu entwickeln. Das im Auftrag des Infrastrukturministeriums von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg erstellte Gutachten hat 15 Praxisbeispiele untersucht. Die daraus entwickelten Empfehlungen dienen als Grundlage für die Erarbeitung eines Leitfadens, der den Kommunen künftige Entscheidungen zu Nutzung und Erhaltung des baukulturellen Erbes erleichtern soll.“

Das Gutachten zur Baukultur in ländlichen Räumen wurde im Zeitraum Herbst 2014 bis Herbst 2015 von der BTU an den Lehrstühlen von Prof. Nagler und Prof. Dr. Becker erarbeitet. Im Rahmen des Gutachtens wurden 15 Fallbeispiele untersucht, die über ein Interessenbekundungsverfahren Mitte 2014 ausgewählt wurden. Dazu gehören Kleinstädte mit ihren dörflichen Ortsteilen wie Angermünde und Baruth, aber auch rein dörfliche Strukturen wie  in der Oderbruchgemeinde Letschin. In einigen Fallbeispielen standen nicht die Gemeinden, sondern private oder zivilgesellschaftliche Initiativen im Mittelpunkt.

Das Gutachten hat insbesondere beleuchtet, was gutes Planen und Bauen dort bedeutet, wo die Einwohnerzahlen gering sind und weiter zurückgehen und wo der Immobilienmarkt von Überangeboten geprägt ist. Orte also, in denen wirtschaftliche Entwicklungsimpulse rar sind und die Finanzkraft und der Personalbesatz der öffentlichen Verwaltungen wenig Spielräume lassen für neue Initiativen. Wie können die begrenzten Handlungsmöglichkeiten bestmöglich genutzt und die Zusammenarbeit der Engagierten gestaltet werden? Was ist das Mindestmaß dessen, was eine Gemeinde leisten sollte und wie kann sie dabei unterstützt werden? Welche Maßnahmen haben den größten Mehrwert, um kleine, oft historisch geprägte Orte unverwechselbar, attraktiv und entwicklungsfähig zu halten oder wieder zu machen?

Zu diesen Fragen haben die Gutachter einfache Instrumente und Verfahren entwickelt, bei denen Aufwand und Nutzen in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Sie betonen, dass am Anfang ein breiteres Wissen über den Wert des Vorhandenen und die baulichen Entwicklungsmöglichkeiten der Kleinstädte und Dörfer stehen muss. Hierfür werden neue Initiativen der Fortbildung und ein stärkerer Erfahrungsaustausch vorgeschlagen. Das Gutachten betont außerdem die Vorbildfunktion, die die Gemeinden in der Baupraxis haben und die als Grundlage gute Leitbilder und Konzepte braucht, die dann wiederum in klare, aber machbare Regeln und eine entsprechende Beratung der Bauherren münden sollten. Nicht alles Notwendige werden die Kommunen selbst leisten können; wichtig ist eine Zusammenarbeit im Sinne einer Interessengemeinschaft, die auch bürgerschaftliches Engagement und fachkompetente Institutionen einbezieht.

Im Anschluss an die Fachtagung wird das MIL die Empfehlungen und  die Ergebnisse der Diskussion zu einem Leitfaden für die kommunale Praxis zusammenfassen und 2016 veröffentlichen.