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Weiter viel Rot- und Schwarzwild in Wald und Flur

Foto: Dammwild / pixabay.com

Trendwende bei den Enten: Streckenstatistik für das Jagdjahr 2015/2016

Presseinformation Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Eberswalde – Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde hat die Streckenstatistik für das Jagdjahr 2015/2016 ausgewertet und bestätigt, was viele Brandenburger und ihre Gäste wahrnehmen: Brandenburg gehört weiterhin zu den wildreichen deutschen Bundesländern. Die Streckenstatistik umfasst aber nicht nur  erlegte Tiere, sondern neben Totfunden auch Unfallwild. Jagdjahre beginnen statistisch jeweils am 1. April und enden am 31. März des Folgejahres.

Der seit Jahren hohe Wildbestand bei gleichbleibend hohen Strecken ist seit langem Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen und führt fortgesetzt zu Diskussionen in Fragen der Verkehrssicherheit und der Verhütung von Wildschäden sowohl auf land- als auch forstwirtschaftlich genutzten Flächen. Im Lichte der aktuell vorliegenden Streckenstatistik gilt auch für die Zukunft, keinesfalls in dem Bestreben nachzulassen, die Schalenwildbestände nach den Maßgaben des Landesjagdgesetzes flächendeckend dauerhaft zu regulieren. Dazu bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen der Jägerschaft und den Grundeigentümern. Anhand der vorliegenden Jagdstrecke für das zurückliegende Jagdjahr 2015/2016 erhalten Behörden, Verbände, Jäger und Grundeigentümer eine wichtige Grundlage für ihre Entscheidungen zur Regulierung des heimischen Wildtierbestands.

Schalenwild

So wurden in Brandenburg im zurückliegenden Jagdjahr insgesamt 162.775 Stück Schalenwild erlegt und damit nur 1 Prozent weniger als im Jahr davor. Zum Schalenwild gehören Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild. Den größten Anteil an der Jagdstrecke hatte das Schwarzwild, gefolgt vom Rehwild.
Die Rotwildstrecke ist  wiederum fünfstellig und beträgt 10.272 Stück. Das ist etwas weniger als im Vorjahr. Hohe Streckenanteile haben die Landkreise Oder-Spree, Ostprignitz-Ruppin und Dahme-Spreewald.
Die Damwildstrecke steigt erstmals wieder leicht an. Sie erreicht im Jagdjahr 2015/2016 insgesamt eine Höhe von 12.451 Tieren, 1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die höchsten Anteile an der Landesstrecke erbrachten die Landkreise Oberhavel, Potsdam-Mittelmark und Uckermark.
Im letzten Jagdjahr wurde zudem eine Strecke von insgesamt 825 Mufflons gezählt, 14 Stück weniger als im Vorjahr. Der Landkreis Oberhavel trug 43 Prozent zur Landesstrecke bei.
Die Schwarzwildstrecke umfasst im Jagdjahr 2015/2016 insgesamt 71.364 Tiere, das sind 507 mehr als im Vorjahr. Die mit Abstand höchste und auch im Vergleich zum Vorjahr deutlich höhere Schwarzwildstrecke konnte mit 9.433 Tieren aus der Uckermark gemeldet werden.

Niederwild

Auch bei den Niederwildarten sind unterschiedliche Streckentrends zu verzeichnen. Es wurden insgesamt 3.101 Feldhasen in der Streckenstatistik erfasst, 9 Exemplare mehr als im Vorjahr. Wieder sind 63 Prozent der Strecke Verkehrsopfer.
Weiter gesunken ist die Kaninchenstrecke: Nur noch 55 Exemplare konnten erlegt werden. Im Vorjahr waren es noch 66.
Leicht gesunken ist auch die Fasanenstrecke. Im betrachteten Zeitraum konnten 1.137 dieser Tiere erlegt werden. Das sind 55 weniger als im Vorjahr. Im Landkreis Märkisch-Oderland konnten die höchsten Fasanenstrecken erzielt werden.
Der Streckenanstieg der letzten Jahre bei Enten ist in einen deutlichen Streckeneinbruch übergegangen. Insgesamt weist die Strecke nur noch 8.988 Exemplare aus, im Vorjahr waren es 16.292. Die höchste Entenstrecke wurde aus der Uckermark gemeldet.
Die Gänsestrecke beträgt 5.354 Tiere und liegt damit 12 Prozent höher als im Vorjahr. Über die Hälfte davon waren Graugänse. Spitzenreiter ist hier wie im Vorjahr die Prignitz.
Die Strecke der Ringeltaube sinkt weiterhin. 1.898 Exemplare bedeuten ein Minus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Märkisch-Oderland vermeldet die meisten Abschüsse.

Raubwild

Die Strecken der Raubwildarten zeigen mehrheitlich einen deutlichen Trend - aufwärts! Im Jagdjahr 2015/2016 konnten insgesamt 28.401 Rotfüchse erlegt werden. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Uckermark meldete die höchste Strecke.
Die Strecke beim Steinmarder sank im Vergleich zum Vorjahr geringfügig auf 1.388 Exemplare (1.440 Tiere waren es im Vergleichszeitraum). Die höchste Strecke erreichte Märkisch-Oderland.
Die Dachsstrecke hat mit 4.262 Exemplaren eine neue Höchstmarke erreicht. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr beträgt 6 Prozent.
Beim Waschbären wächst die Jagdstrecke ebenfalls stetig weiter an, in diesem Jagdjahr um 9 Prozent auf die abermals neue Rekordhöhe von 26.358 Tieren. Den größten Anteil hat daran der Landkreis Ostprignitz-Ruppin.
Beim Marderhund hat sich der zuletzt steigende Trend nicht bestätigt. Im Jagdjahr 2015/2016 ging die Strecke um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, es wurden 6.389 Tiere gezählt. In der Uckermark wurden die meisten Dachse und Marderhunde erlegt. Die Minkstrecke steigt um 7 Prozent auf 213 erlegte Exemplare an, die meisten davon im Landkreis Potsdam-Mittelmark