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Zahl der Verkehrstoten im Barnim deutlich gestiegen

Verkehrsunfallkommission beschließt Maßnahmen zum Schutz von Motorrad- und Radfahrern

Das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer im Landkreis Barnim forderte in diesem Jahr bisher 13 Todesopfer. Das sind bereits 8 mehr als im gesamten Jahr 2014. Die Zahl der Verkehrsunfälle blieb insgesamt aber auf dem Niveau des Vorjahres. Das gab die Barnimer Verkehrsunfallkommission nach ihrer jüngsten Sitzung bekannt. „Nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit sind nach wie vor die Hauptunfallursachen und wirken sich auch erheblich auf die schwere der Verkehrsunfälle aus“, bennennt Marcel Kerlikofsky, Leiter der Verkehrsunfallkommission, die Gründe für den Anstieg.

Bei den Verkehrsmitteln liegt die Konzentration bei den Motorrad- und Radfahrer (4 tote Motorradfahrer, 3 tote Radfahrer).

Bei den Motorradfahrern kristallisierten sich als Brennpunkte der Werbellinsee und die Strecke zwischen Eberswalde und Oderberg sowie zum Schiffshebewerk heraus. Auf diesen Strecken erfolgten in diesem Jahr verstärkte Kontrollen. Ergänzend dazu wurden begleitende Maßnahmen, wie das Aufstellen von Hinweistafeln, Gefahrenzeichen oder Kurventafeln mit neongelben Hintergrund veranlasst. Die Verkehrsunfallkommission wird im kommenden Jahr die Wirkung dieser Maßnahmen überprüfen. Zusätzlich ist Detailbetrachtung der Strecke zwischen Eberswalde und Oderberg angedacht. Hier sollen verkehrsrechtliche, straßenbauliche, betriebliche, repressive und präventive Maßnahmen hinsichtlich einer Verbesserung der aktuellen Situation geprüft werden. „Menschen machen Fehler, deshalb muss es unser Ziel sein die Situation deutlich zu verbessern, so dass die Strecke Fehler verzeiht. Die Fahrzeugführer müssen aufgrund der Streckencharakteristik und an Hand ihrer Fähigkeiten die richtigen Entscheidungen treffen können, aber dafür brauchen sie die erforderliche Reaktionszeit“, so Marcel Kerlikofsky weiter.

Die Konfliktstellen der Radfahrer liegen in Bernau und der Gemeinde Wandlitz. Deshalb begrüßt die Verkehrsunfallkommission die Einrichtung der AG Radverkehr in Bernau. Einen Schritt weiter ist man bereits in der Stadt Eberswalde, wo mit einem aktuellen Radnutzungskonzept Schritt für Schritt Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für die Radfahrer erfolgen.

Ein weiterer Schwerpunkte der Sitzung war das Thema Kinder. Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Barnim hat bisher mit dem Projekt „Mit Rücksicht für mehr Sicherheit“, das von der Verkehrsunfallkommission initiiert wurde, an 19 Schulen das Schulumfeld erkundet. Hauptziele des Projektes sind die Bewusstseinsförderung für den sicheren Schulweg und der Einhaltung von Verkehrsregeln sowie die Reduzierung von Problemstellen. An diesem Projekt haben bisher 424 Schüler teilgenommen und gut 250 Hinweise zum Schulumfeld gegeben.

Im alleenreichen Barnim sind auch Baumunfälle ein stetiges Problem. Dazu wurden in der jüngsten Sitzung weitere Maßnahmen beschlossen, um besonderes schwierige Straße sicherer zu machen. Dazu gehören die Landesstraße 220 zwischen Althüttendorf und Joachimsthal, die L 238 zwischen Buckow und Altenhof sowie die L 315 zwischen Klosterfelde und Prenden. Auf diesen Stellen wird die Erkennbarkeit der Kurverläufe verbessert und aufgrund der Vielzahl an geschwindigkeitsbedingten Fahrfehlern werden Messstellen eingerichtet.

Erfreut zeigten sich die Mitglieder der Verkehrsunfallkommission indes über die Entwicklung an zwei Unfallhäufungsstellen. An der Kreuzung Mehrower Straße/Dorfstraße in Ahrensfelde und an der Engstelle in Schönwalde gab es deutlich weniger Zwischenfälle als noch vor einem Jahr. Die Abordnung des Grünen Pfeils in Ahrensfelde traf dabei nicht bei jedem auf Zustimmung, aber seit dem ereignete sich an dieser Stelle kein Verkehrsunfall mehr. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2014 noch 18 Unfälle. Ein ähnliches Bild zeigt sich an der Engstelle in Schönwalde. Hier ereigneten sich im vergangenen Jahr noch 12 Verkehrsunfälle und in diesem Jahr war es lediglich einer.