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Dialog im Zeichen dynamischer Entwicklungen

Foto: Wolf / pixabay Foto: Wolf / pixabay

4. Brandenburger Wolfsplenum

Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Potsdam – Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde hat in ihrem Grußwort anlässlich des 4. Wolfplenums heute in Potsdam betont, dass „dieses Expertengremium als Basis genutzt werden soll, um im Land zu Verabredungen zu kommen, die notwendig sind, um beim Thema Wolf einen vernünftigen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessengruppen zu erzielen.“ Die drängenden Fragen, die sich aktuell mit der Weiterentwicklung des Brandenburger Wolfsmanagements stellen, und die zum Teil sehr emotional geführten Diskussionen seien der Grund gewesen, warum in diesem Jahr erstmals zwei Wolfsplenen stattfinden.

Schilde: „Wir können davon ausgehen, dass alle Beteiligten erkannt haben, dass der Wolf in Brandenburg fortdauernd eine Existenz haben wird. Es kommt darauf an, die damit verbundenen Konflikte zu lösen. Dies geht nur im Dialog zwischen Naturschützern, den Landnutzern und der Verwaltung.“

Das Wolfsmanagement in Brandenburg besteht aus den Säulen Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit, Schadensprävention, Schadensausgleich, Zugriffsmöglichkeiten bei Wölfen mit einem für den Menschen problematischem Verhalten.

Schwerpunkt der Veranstaltung in Potsdam ist die Überarbeitung des Wolfsmanagementplans Brandenburg, der seit 2012 besteht und mit den verschiedenen Interessengruppen weiter diskutiert und entwickelt werden soll. Hierzu liegen bereits Vorschläge vor, die unter anderem von den beim Ministerium eingerichteten Arbeitsgruppen „Herdenschutz“ und „Wolf und Wildbestände“ sowie von Verbänden und Interessenvertretungen eingereicht wurden.

„Die Dynamik zeigt sich auch daran, wie viel seit dem 3. Brandenburger Wolfsplenum im Dezember 2016 bereits erreicht werden konnte“, stellt die Staatssekretärin weiter fest.

Das künftige Wolfsinformations- und Herdenschutzinformationszentrum auf dem Gelände des Wildparks Groß Schönebeck hat eine Förderung erhalten. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2018 vorgesehen.

Die Förderung von Präventionsmaßnahmen ist auf eine Landesrichtlinie umgestellt worden und am 1. März in Kraft getreten.

Seit 2016 hat das Land die Förderung von Herdenschutzhunden in seine Richtlinien aufgenommen. Seitdem ist die Anschaffung von 20 Herdenschutzhunden unterstützt worden.

Die Richtlinie über die Entschädigung von wolfsbedingten Verlusten an Nutztieren ist von der EU-Kommission bestätigt worden.

Inzwischen sind auch zwei Fachfrauen als Wolfs- und Herdenschutzbeauftragte eingestellt worden, die ihren Dienst demnächst antreten und die die Öffentlichkeitsarbeit und die Beratung der Nutztierhalter unterstützen werden.

Auf der Bundesebene hat die Umweltministerkonferenz auf Initiative Brandenburgs einen Beschluss gefasst, der den Bund auffordert, einen aktuellen Bericht zum Erhaltungszustand der Art Wolf vorzulegen. Eine Angleichung des Schutzstatus des Wolfes im Rahmen der FFH-Richtlinie an die Regulierungsmöglichkeiten, die auch in einigen anderen EU-Mitgliedsstaaten gelten, wird inzwischen bundesweit und mit Vertretern der EU-Kommission diskutiert.

Beim Auftreten von Wölfen mit einem für den Menschen problematischem Verhalten soll ein schnelle und landeseinheitliche Vorgehensweise ermöglicht werden Hierzu wird derzeit eine Wolfsverordnung erarbeitet, die in den kommenden Wochen - unter Beteiligung der  Brandenburger Umwelt- und Landnutzerverbände - weiter qualifiziert wird.

Um wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen im Bereich der Mutterkuhhaltung zu entwickeln, wird im Rahmen des AG Herdenschutz eine Gruppe zusammentreten, die hierzu Vorschläge  im Hinblick auf die künftige Präventionsförderung, Schadensausgleich und Zugriffsmöglichkeiten entwickelt.

Nach dem heutigen Plenum werden die Ergebnisse der Erörterung in eine neue Fassung des Managementplans eingearbeitet. Im vierten Quartal - zum regulären Plenum – soll die neue Fassung des Wolfsmanagementplans vorgestellt werden.