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Kreistag verabschiedet Unterbringungskonzept für Flüchtlinge

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Kreistag verabschiedet Unterbringungskonzept für Flüchtlinge

Papier wird an steigende Zuweisungszahlen angepasst
Der Barnimer Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung ein neues Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis verabschiedet. Das Konzept entstand unter Mithilfe der Arbeitsgruppe „Unterbringung von Flüchtlingen“, in der sich zahlreiche Ehrenamtler engagieren. Es fand im Kreistag große Zustimmung. „Das Konzept wurde viel diskutiert und sinnvoll weiterentwickelt, so dass es für uns nun eine ordentliche Grundlage ist, um Flüchtlinge im Barnim unterzubringen“, freut sich Barnims Sozialdezernentin Silvia Ulonska.

Das Konzept sieht vor, Flüchtlinge nach ihrer Ankunft im Landkreis intensiv beim Einleben in eine bis dahin oft völlig fremde Lebensweise und Kultur zu begleiten und diese deshalb zunächst in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. In dieser Phase ist es wichtig, dass die Flüchtlinge soziale Stabilität erlangen, so dass die Betreuung nach und nach zurückgefahren werden kann.

Als nächster Schritt ist dann eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen vorgesehen. Dabei soll darauf geachtet werden, dass die Flüchtlinge menschwürdig und nicht isoliert wohnen, sie auch weiterhin auf ein Leben in Deutschland vorbereitet werden und die Kinder in Schulgemeinschaften integriert werden. Auch zum Spracherwerb und zu Willkommensinitiativen gibt es einige Ausführungen in dem Konzept.

Unter den Barnimer Kreistagsabgeordneten fand das Papier große Zustimmung. Fraktionsübergreifend wurde die Herangehensweise, ehrenamtlichen Sachverstand an der Erarbeitung zu beteiligen, gelobt.

Bereits im Vorfeld des Kreistages hatten Demonstranten vor dem Paul-Wunderlich-Haus für eine menschenwürdige Unterbringung von Asylbewerbern demonstriert. Landrat Bodo Ihrke hatte in diesem Zusammenhang seine volle Unterstützung signalisiert und gleichzeitig Bund und Land in die Pflicht genommen. "Wir brauchen eine bessere Steuerung etwa über Wohnungsbauprogramme", sagte er.