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Kreisverwaltung stellt neues Abfallkonzept vor

Oliver Köhler

Wertstoffhöfe in Städten und Gemeinden sind Schwerpunkt

Die Barnimer Kreisverwaltung will in den kommenden Jahren sukzessive ein neues Entsorgungskonzept vorstellen. Hintergrund ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das vorsieht, künftig auch Bioabfälle und Grünschnitt einzusammeln. Im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft wurde das Konzept nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Schwerpunkt des Konzeptes ist die Einführung eines flächendeckenden Systems aus Sammelstellen, so genannten Wertstoffhöfe, die dezentral in allen Städten, Ämtern und Gemeinden des Landkreises entstehen sollen. „Hier könnten durch das kreiseigene Entsorgungsunternehmen BDG Grüngut, aber auch noch einige andere Abfallsorten eingesammelt werden“, erklärte Dr. Matthias Finck von der Firma IGEA, der mit seinen Kollegen das Entsorgungskonzept für den Barnim erarbeitet hat.

Ein zweites Standbein ist die Einführung einer flächendeckenden freiwilligen so genannten „Biotonne“. Darin sollen übliche Küchenabfälle gesammelt werden.

Beide Abfallsorten sollen anschließend weiter genutzt werden. Angedacht ist eine so genannte Kaskadennutzung (energetische und stoffliche Verwertung) in externen und/oder einer eigenen Bioabfallverwertungsanlage. Das gilt es jedoch noch zu prüfen.

Geplant ist nun erst einmal ein Pilotprojekt in der Gemeinde Wandlitz, dass bis 2017 läuft. Dort soll auf einer ehemaligen Milchviehanlage ein erster Wertstoffhof entstehen. „Wandlitz biete sich sowohl was die Einwohnerzahl als auch was die Struktur bertrifft als Modellgemeinde für den kompletten Landkreis Barnim an“, nennt Finck die Gründe für die Standortwahl.

Zeitgleich mit dem Start des Wertstoffhofes wird in Wandlitz dann auch die Biotonne eingeführt. „Wir werden den Anwohnern diese anbieten. Es gibt keinen Nutzungszwang“, macht Matthias Finck weiter klar.

Aus diesem Modellprojekt erhoffen sich die Experten bessere Rückschlüsse auf die Nutzung von solchen Sammelsystemen ziehen zu können. Bislang sei die Datenlage noch etwas dünn, so Finck weiter. Danach entscheiden wir gemeinsam mit der Kreisverwaltung und der BDG dann, wie weiter verfahren werde.

Bislang steht fest, dass auch in den übrigen Städten, Ämtern und Gemeinden des Landkreises zwischen 2017 und 2018 sukzessive weitere Wertstoffhöfe eingerichtet werden. Ob die Biotonne dann flächendeckend zum Einsatz kommt, ist jedoch noch offen. In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Pilotphase könnte eine Einführung dann frühestens bis 2020 realisiert werden.