Title

Kriminalitätslage im Landkreis weiter leicht rückläufig

Foto: Verabschiedung Hardy Boerner / Oliver Köhler Foto: Verabschiedung Hardy Boerner / Oliver Köhler

Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser steigt aber an

Zum Ende seiner mehr als vier Jahre dauernden Amtszeit konnte der bisherige Leitder der Polizeiinspektion Barnim, Hardy Börner, noch einmal ein positives Fazit ziehen. „Ich schauen mit ein wenig Wehmut, aber auch mit Stolz auf diese Zeit, in der wir als Polizei im Barnim viel erreicht haben“, sagte er und ging in seinem Vortrag an lässlich der diesjährigen Barnimer Sicherheitskonferenz gleich auf einige Entwicklungen der vergangenen Jahre ein.

So ist die Zahl der Straftaten sei zehn Jahren fast kontinuierlich gesunken. Im vergangenen Jahr waren es noch 12119. Die Aufklärungsquote lag dabei mit 53 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Mit 38 Prozent sind Diebstahlsdelikte dabei die mit Abstand häufigste Straftat. Aber auch hier ist der Trend rückläufig. Vor allem bei den Fahrraddiebstählen sowie den Diebstählen aus Autos oder Läden gehen die Zahlen deutlich nach unten. Allerdings, so räumte Börner ein, habe man bei den Einbrüchen in Einfamilienhäusern eine Zunahme zu verzeichnen. Beliebt sei dabei vor allem die Masche des Heußbohrens, mit der ein Loch etwa in Terassentüren gebohrt und diese anschließend mit einen Draht aufgehebelt würden. Besonders betroffen davon war 2016 der Bernauer Ortsteil Schönow, wo innerhalb von drei Wochen 43 Häuser auf diese oder ähnliche Art aufgebrochen wurden. „Gestohlen werden vor allem Schmuck und Bargeld, also Dinge, die sich leicht in der Hosentasche verstauen ließen“, weiß Börner zu berichten.

Hardy Börner rät, in jedem Fall Anzeige zu erstatten. Dies gilt auch bei anderen Delikten wie etwa kleineren Ladendiebstählen. „In der Summe sind diese Hinweise für uns sehr oft von entscheidender Bedeutung“, weiß der Polizist aus Erfahrung.

Mit Sorge schaut der scheidende Polizeiinspektionschef indes auf die Zahl der Tötungs- beziehungsweise versuchten Tötungsdelikte im Landkreis. Lagen diese 2014 noch bei zwei, waren es im vergangenen Jahr insgesamt 16 Fälle. Besonders grausam war dabei ein Fall in der Nähe von Eberswalde. Dort war ein Mann bei einer Feier im Milieu erschlagen worden. Die Täter feierten danach noch zwei Tage weiter, während sie versuchten, die Leiche zu verbrennen.

Als Herausforderung für die Zukunft sieht Hardy Börner die Arbeit rund um das Thema Flüchtlinge. Hier entstehe ein erheblicher Mehraufwand, etwa wenn es um die Beurteilung der Sicherheitslage für eine neue Einrichtung oder den Objektschutz gehe, erklärt er.

Dieser Aufgabe darf sich nun in den kommenden Wochen und Monaten Dieter Umlauf stellen. Der Polizeioberrat war bislang stellvertretender Polizeiinspektionsleiter in Fürstenwalde. Er wolle die gute Arbeit seines Vorgängers fortsetzen, aber auch an der einen oder anderen Stelle neue Ideen einbringen, kündigte er schon einmal an. Dieter Umlauf wird seinen Dienst in Bernau am 1. Mai antreten.