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Langer Trödel nach 92 Jahren wieder schiffbar

Abschnitt des Finowkanals zwischen Zepernschleuse und Liebenwalde offiziell eröffnet

Ganze 92 Jahre mussten die Anwohner des Langen Trödels zwischen Zerpenschleuse (Barnim) und Liebenwalde (Oberhavel) warten, bevor auf ihrem Stück Finowkanal wieder Boote fahren. Am 16. Juni wurde das 10 Kilometer lange Teilstück durch Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber sowie die Landräte von Barnim und Oberhavel nun offiziell freigegeben.

Die Arbeit habe sich gelohnt, die Eröffnung sei eine gute Nachricht für die Region, erklärte Wirtschaftsminister Gerber, der in der Verknüpfung von Wasser- und Fahrradtourismus mit historischen Stadtkernen „ein erhebliches Potenzial“ sieht.

Barnims Landrat Bodo Ihrke indes freute sich darüber, dass das Projekt in der Bevölkerung schon jetzt einen solch großen Rückhalt habe. „Zur Eröffnung waren entlang des Kanals alle Häuser geschmückt, die Menschen standen davor und winkten“, schildert er seine Eindrücke und zeigte sich optimistisch, dass der Lange Trödel für die touristische Entwicklung der Region ein Meilenstein sei.

Der Lange Trödel ist ein Teilprojekt der sogenannten Wasserinitiative Nord (WIN AG), die sich zur Aufgabe gemacht hat, ein länderübergreifendes Wasserstraßenrevier mit einer Gesamtlänge von rund 345 Kilometern zu schaffen. Nach seiner kompletten Fertigstellung wird das Gebiet von der Oberen-Havel-Wasserstraße bis zur Mecklenburger Seenplatte reichen. Zu den Partnern in der WIN AG zählen neben den Landkreis Barnim, Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin auch die Städte und Gemeinden Eberswalde, Liebenwalde, Neuruppin, Oranienburg, Templin und Wandlitz.

Die Vorarbeiten am Langen Trödel hatten bereits vor zehn Jahren begonnen. Die eigentliche Bauzeit hatte nun zweieinhalb Jahre gedauert. Dabei entstanden in Zerpenschleuse unter anderem eine Schleusenanlage, Anlegestellen, eine Slipanlage sowie Einstiegshilfen für Wassersportler. Die B 109 erhielt zudem eine Zugbrücke. Das Teilprojekt, das auch mit Mitteln der Europäischen Union und des Landes Brandenburg realisiert wurde, kostete insgesamt 15,6 Millionen Euro.

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