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Suche nach Umweltsündern wird intensiviert

Foto: Collage Müll Birkholz / Oliver Köhler Foto: Collage Müll Birkholz / Oliver Köhler

Barnimer Abfallbehörde setzt auf Zusammenarbeit mit anderen Behörden

Die Zahl der illegalen Müllablagerungen im Landkreis Barnim schnellt seit einigen Monaten in die Höhe. Die Suche nach den Verursachern gestaltet sich jedoch mehr als schwierig. „Die Täter kommen in der Regel nachts, suchen nach einem wenig belebten Ort und sind nach ein paar Minuten schon wieder weg“, weiß Silvia Ulonska, Barnims Umweltdezernentin, zu berichten. Vor allem rund um das Autobahndreieck Barnim und in der Ortslage Birkholz finden die Mitarbeiter des Bodenschutzamtes immer wieder illegal abgekippten Müll.
Dennoch gibt Silvia Ulonska die Hoffnung nicht auf, dass die Umweltsünder gefasst werden. Auf ihre Einladung hin trafen sich in dieser Woche nun verschiedene Behörden, um über ein gemeinsames Vorgehen zu beraten. Darunter waren unter anderem Vertreter des Nachbarlandkreises Märkisch-Oderland, des Bezirksamtes Pankow, verschiedener Polizeibehörden, der Forst sowie zahlreicher Städte und Gemeinden. Auch Birkholz‘ Ortsvorsteher Dieter Geldschläger, der das Treffen angeregt hatte, gehörte zu den Teilnehmern.
„Wir haben festgestellt, dass es auch andernorts diese Probleme mit illegal entsorgtem Müll gibt und haben daher beschlossen, uns besser miteinander zu vernetzen“, fasst Joachim Hoffmann, Leiter des Barnimer Bodenschutzamtes das Treffen zusammen. Ziel sei es dabei, Daten auszutauschen und Aktionen zu koordinieren.

Müllpolizei geht auf Streife

Als eine in der Runde beschlossene Maßnahme wird es künftig eine Müllpolizei geben. Dabei suchen Mitarbeiter des Bodenschutzamtes gezielt nach Umweltsündern. Unterstützung erhalten sie von den Beamten der Polizei. Diese werden auf ihren Streifenfahrten verstärkt Lkw beziehungsweise deren Ladungen kontrollieren. Auch Baufirmen werden angeschrieben und um Mithilfe gebeten.
Eine weitere zentrale Verabredung ist die Einrichtung einer ständigen Arbeitsgruppe, in der Untere Abfallbehörde, alle kommunalen Ordnungsämter, die Polizei und die Forst sich über geplante Maßnahmen austauschen und durchgeführte Aktionen evaluieren.
Umweltdezernentin Silvia Ulonska wünscht sich darüber hinaus, dass auch in der Bevölkerung genauer hingeschaut wird. „Wer in den späten Abendstunden einen Lkw mit Bauschutt sieht, kann uns das melden“, sagt sie. Die Barnimer werde in den nächsten Wochen noch einmal über die jeweiligen Amtsblätter genauer informiert und für das Problem sensibilisiert.

Umweltsünden sind kein Kavaliersdelikt

Wer dabei erwischt wird, wie er Abfall in die Natur kippt, kann mit einer Strafe von bis zu 50 000 Euro rechnen. Hinweise zu möglichen Umweltdelikten nimmt das Bodenschutzamt des Landkreises Barnim unter der Telefonnummer 03334 214-1506 entgegen.