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Zahl der Verkehrstoten im Barnim deutlich gestiegen

Foto: Accident / pixabay.com Foto: Accident / pixabay.com

Auswertung Verkehrsunfallgeschehen für 2015

Trotz einer fast gleichen Anzahl an Verkehrsunfällen hat es im vergangenen Jahr deutlich mehr Verkehrstote gegeben. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Verkehrsunfallkommission. Dennoch zeigten sich die Mitglieder der Kommission erfreut davon, dass insgesamt zehn Unfallhäufungstellen entschärft werden konnten. „Es zeigt, dass wir mit unserer Arbeit an den richtigen Stellen ansetzen“, sagte Marcel Kerlikofsky als Leiter der Kommission. Die Zahl der Unfalltoten zeige aber auch, dass man in diesem Bestreben nicht nachlassen dürfe. „Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, die hohe Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren. Dabei ist das Sicherheitsniveau der Straße ein ganz wesentlicher Faktor, den man im Auge haben muss“, so der Verkehrsexperte weiter.

Die polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle sind im vergangenen Jahr von 5114 auf 5282 angestiegen und somit vergleichbar mit den vergangenden Jahren. Darunter waren 637 Unfälle mit Personenschäden, 797 Personen wurden dabei verletzt. Das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer im Landkreis Barnim forderte im letzten Jahr 15 Todesopfer. Das sind zehn mehr als im gesamten Jahr 2014. Hauptunfallursachen sind weiter überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer und Verletzung der Vorfahrtregelung. Die Schwere der Unfälle nahm in diesen Fällen deutlich zu. So starben aus diesen Gründen neun Menschen bei Verkehrsunfällen, das waren acht mehr als im Jahr 2014.

Strategie und Maßnahmen
„Neben der Straße ist für uns der Faktor Mensch von besonderer Bedeutung. Schließlich können die Fahrzeugführer den wirksamsten Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten und zwar durch Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und eine angemessene Geschwindigkeit“, so Kerlikofsky weiter. Erfahrungen in möglichen Gefahrensituationen können sich Fahrzeugführer in speziell dafür angebotenen Fahrsicherheitstrainings aneignen und somit für mehr Sicherheit durch Können beitragen.

Zudem analysiert die Verkehrsunfallkommission die Unfallhäufungsstellen im gesamten Landkreis und  beschließt die unterschiedlichten Maßnahmen, um diese zu entschärfen. Ergänzend dazu werden einzelne Träger der Verkehrssicherheit aufklärend tätig. So wird die Straßenverkehrsbehörde das Projekt „Mit Rücksicht für mehr Sicherheit“ fortführen und sich in der Verkehrsaufklärung und Verkehrsbildung engagieren. „Kinder seien bis zum Ende der Grundschulzeit noch nicht in der Lage, allgemeine Gefahren des Straßenverkehrs und insbesondere die Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge richtig einzuschätzen“, erklärt Kerlikofsky. Hauptziele des Projektes seien deshalb die Bewusstseinsförderung für den sicheren Schulweg und das Einhalten von Verkehrsregeln sowie das Reduzieren von Problemstellen.  An diesem Projekt haben bisher über 400 Schüler teilgenommen und mehr als 250 Hinweise zum Schulumfeld gegeben.

Schwerpunkte – Motorrad- und Radfahrunfälle
Zu den Problembereichen zählen nach wie vor Motorradunfälle sowie die Unfälle mit beteiligten Radfahrern. Die Unfälle erhöhten sich im Jahr 2015, dabei  verstarben vier Motorradfahrende und drei Radfahrer. Bei den  Motorradfahrenden stiegen die Personenschadensunfälle auf 94 und bei den Radfahrern auf 180.

An jedem fünfen Verkehrsunfall mit überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit ist ein Motorradfahrer beteiligt. Auf den beliebten Motorradstrecken um den Werbellinsee und auf der Strecke zwischen Eberswalde und Oderberg sowie zum Schiffshebewerk wurden zehn neue Messstellen eingerichtet. In diesem Jahr wird die Kontrolldichte auf diesen Strecken weiter deutlich erhöht. Ergänzend dazu sollen begleitende Maßnahmen, wie die Aufstellung von Hinweistafeln, Gefahrenzeichen oder Kurventafeln mit neongelben Hintergrund die Situation verbessern.

Der Anteil des Radverkehrs wird weiterhin  steigen. Gleichzeitig wird der Radverkehr durch neue technische Entwicklungen immer schneller. Ohne entsprechende Maßnahmen sind daher weiterhin steigende Unfallzahlen zu befürchten. Die Konfliktstellen der Radfahrer liegen verstärkt in Bernau und der Gemeinde Wandlitz. Die Stadt Eberswalde hat ein aktuelles Radnutzungskonzept, aus diesem werden Schritt für Schritt Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für die Radfahrenden umgesetzt.