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Bibermanagement in Brandenburg: Vogelsänger legt Sieben-Punkte-Plan vor

Biber / Jens Bredehorn / pixelio.de

Tiere haben sich stark vermehrt

Der noch zu Wendezeiten in Brandenburg fast ausgerottete Biber hat sich im Land inzwischen wieder stark vermehrt. Was zum einen ein Beleg für erfolgreiche Naturschutzarbeit ist, das mit der Rückgewinnung naturnaher Le-bensräume am Wasser einhergeht, ist aus der Sicht vieler Anwohner und Landei-gentümer zunehmend ein Problem. Insbesondere die wasserbaulichen Fertigkei-ten der nach europäischem, deutschem und brandenburgischem Naturschutz-recht streng geschützten Spezies stehen dabei im Mittelpunkt, was unter anderem im Landkreis Märkisch-Oderland für Konflikte sorgt.

Als Reaktion darauf will Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger nun ein Konzept für das Biberma-nagement in Brandenburg vorlegen, das insgesamt sieben Punkte umfasst und mit den anerkannten Naturschutzverbänden am 2. März und mit den Landkreisen am 26. März diskutiert werden soll, um es anschließend zügig umzusetzen. Einen ersten Entwurf hat Vogelsänger nun vorgestellt.
Vogelsänger: „Das Land nimmt in den kommenden Jahren viel Geld in die Hand, um aktiv Bibermanagement zu betreiben. Wer dabei genau hinschaut, wird feststellen, dass es sich hierbei um eine konzertierte Aktion des Agrar- und Umweltbereichs handelt, da sowohl Mittel aus der Agrarförderung wie auch des Naturschutzes und der Wasserwirt-schaft eingesetzt werden. Dabei lassen wir uns von dem Gedanken leiten, dass Vorsor-ge besser ist, als hinterher Schäden zu regulieren oder sich in langwierigen Gerichtsver-fahren aufzureiben. Das Paket wird gleichermaßen den Anliegen des Naturschutzes, des Hochwasserschutzes sowie der auf Land- beziehungsweise Forstwirtschaft und Fischerei angewiesenen Unternehmen gerecht. Die Maßnahmen werden in regionalen Arbeitsgruppen in den Kreisen ständig überprüft. Spätestens in zwei Jahren wollen wir die Handhabbarkeit und die Wirkung evaluieren und weitere Schlussfolgerungen für ein erfolgreiches Bibermanagement ziehen.“

Bibermanagement in Brandenburg (Entwurf)

1. Erlass einer Biberverordnung
Ziel: Zulassung von Ausnahmen zur Gefahrenabwehr unter konkreten Rahmenbedingungen
Geltungsbereiche: Deiche und sonstige Hochwasserschutzanlagen, Dämme von Kläranlagen und erwerbswirtschaftlich genutzten Fischteichanlagen

2. Erstattung des Mehraufwands für die Gewässerunterhaltungsverbände für Prävention und Vermeidung von Biberschäden
Geltungsbereich: Gewässer 2. Ordnung
Erstattung: 50 Prozent des Mehraufwands
Bagatellgrenze: 20.000 Euro
Beginn: 3. Quartal 2015 (in Abhängigkeit von der Verabschiedung des Landes-haushalts)
jährliches Volumen: 300.000 Euro

3. Förderung von Präventionsmaßnahmen aus der ELER-Richtlinie „Natürliches Erbe“ mit bis zu 700.000 Euro in der EU-Förderperiode bis 2020
Sicherung von Dämmen in Teichgütern, Material zur Sicherung von Gehölzen, Deichanlagen und Dämmen, Anlage von Drainagen

4. Maßnahmen im Lebensraum des Bibers
Greening-Maßnahmen im Rahmen der Agrarförderung; gezielt für die Anlage von Gewässerschutzstreifen, Vertragsnaturschutz für die Anlage von Ackerrand-streifen an Gewässern

5. Einstellung von zwei Bibermanagern
Finanzierung durch das Agrar- und Umweltministerium
Aufgaben: Aufbau eines Netzes ehrenamtlicher Biberbetreuer in den Landkrei-sen beziehungsweise Kommunen für Monitoring, Beratung, Unterstützung des Vollzugs bei Maßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit, Konfliktberatung, Schulung und Beratung bei Prävention und Maßnahmen, Zusammenarbeit mit den Natur-schutzverbänden

6. Verbesserung des Vollzugs in den Kreisen
Arbeitsgremien auf Kreisebene mit Gewässerunterhaltungs- und Naturschutz-verbänden unter Einbeziehung der Landesverbände und des Agrar- und Um-weltministeriums zur Entschärfung von Konflikten, Diskussion von Lösungsmög-lichkeiten, Prioritäten der Vollzugsarbeit; hierzu überarbeitet das Ministerium sei-ne Hinweise für den Vollzug in den Kreisen

7. Evaluierung des Maßnahmenkonzepts
nach zwei Jahren