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Die Blattzeit steht bevor

Foto: deer / pixabay.com

Oberste Jagdbehörde warnt Autofahrer vor Wild auf der Straße

Presseinformation Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Potsdam - Jetzt verfärben sich nicht etwa die Blätter, sondern die Rehe – die kleinste heimische Hirschart – feiern Hochzeit. Während der Paarungszeit bis Mitte August verändert sich das Verhalten des Wilds. In dieser Zeit ist das Wild deutlich aktiver. Dies gilt vor allem für das männliche Wild. Darauf sollten sich insbesondere die Autofahrer mit einer an die jeweiligen Gegebenheiten angepassten Fahrweise einstellen.

Zu den in dieser Zeit gebotenen Verhaltensregeln ist beim Fahren auf Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen, vor allem außerhalb von Siedlungsbereichen, nicht nur während der Morgen- und Abendstunden, sondern ganztägig mit unverhofft über die Straße wechselndem Wild zu rechnen. Dies gilt sowohl für landwirtschaftliche Flächen, als auch für Waldflächen.

Verantwortungsvolle Kraftfahrer sollten gerade jetzt auch aus wohlverstandenem Eigeninteresse dem Verkehrszeichen „Wildwechsel“ besondere Beachtung schenken. Dazu gehört, die Fahrgeschwindigkeit stets darauf auszurichten, kurzfristig bremsen zu müssen. Eine angepasste Fahrweise bietet erfahrungsgemäß die beste Voraussetzung, Wildunfälle zu vermeiden oder zumindest den Schadensumfang zu begrenzen.

Brandenburg zählt bundesweit zur Spitze bei Wildunfällen.

So wurden beispielsweise im Jagdjahr 2012/2013 insgesamt 11.064 Stück Schalenwild in Wildunfälle verwickelt. Zum Schalenwild zählen die in Brandenburg vorkommenden Wildarten Rotwild, Damwild, Muffelwild, Rehwild und Schwarzwild.

Weitergehende Hinweise zur Unfallstatistik im Land Brandenburg können dem aktuellen Jagdbericht des Landes (http://forst.brandenburg.de/media_fast/4055/jagd1415.pdf) entnommen werden.

Mit etwa 70 Prozent der Gesamtzahl ist das Rehwild die mit Abstand am häufigsten an Unfällen beteiligte Schalenwildart.

Über die jagdstatistisch erhobenen Daten hinaus dürfte es eine erhebliche Dunkelziffer von Wildunfällen geben, denn Wildunfälle ohne Schaden an Kraftfahrzeugen werden häufig nicht gemeldet.

Zudem werden Wildunfälle von kleineren Wildtieren, zum Beispiel Hasen, Kaninchen oder Füchsen, nicht erfasst.
Bezogen auf das ganze Bundesgebiet geht der Deutsche Jagdverband (Interessenorganisation der Jäger) von jährlich mehr als einer Million im Straßenverkehr getöteter Wildtiere aus.
Ein positiver Nebeneffekt der Blattzeit besteht übrigens darin, dass aufmerksame Besucher von Feld und Wald jetzt gute Chancen haben, Rehe auch bei Tage beobachten zu können.