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Eröffnung der Erdbeersaison

Foto: beery / pixabay.com Foto: beery / pixabay.com

Mit der Freiland- Erdbeersaison beginnt in Brandenburg auch die Selbstpflücke

Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Termin: Mittwoch, 1. Juni
Zeit: 11.00 Uhr
Ort: Obstbaubetrieb Frank Wache, Eröffnung der Erdbeersaison auf den Erdbeerfeldern in Groß Kreutz (Am Frucht- und Frachthof) in Richtung Bochow – rechte Seite, 500 Meter hinter dem Frucht- und Frachthof Groß Kreutz

Werder (Havel) – Traditionell lädt der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg Agrarminister Jörg Vogelsänger zum Start der Freilandsaison für Erdbeeren in einen seiner Mitgliedsbetriebe ein. Am kommenden Mittwoch (1. Juni) ruft Vogelsänger im Obstbaubetrieb Frank Wache zum Sammeln auf: Denn anders, als beim Spargel, der in Brandenburg die Freilandsaison gärtnerischer Kulturen eröffnet, werden Erdbeeren in vielen Betrieben zum Selbstpflücken angeboten.

Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger: „In den kommenden Wochen sind die Brandenburger und Berliner wieder als Helfer auf Brandenburgs Erdbeerfeldern gefragt. Wer sich auf den Weg macht, bekommt nicht nur die frischesten Erdbeeren, sondern auch einen Eindruck vom Frühling in Brandenburg. Die erste Jahreshälfte bietet in Brandenburg neben vielen Saison- und Erntestarts immer auch zahlreiche Angebote für Urlaub und Freizeit auf dem Land. 2016 hat die Deutsche Zentrale für Tourismus zum Jahr des Naturtourismus ausgerufen. Gerade in Brandenburg können Landschaften besonders intensiv erlebt werden.“

Seit 25 Jahren dabei ist der Familienbetrieb Wache, im März 1991 von Ruth Wache gegründet, in Wahrheit aber viel älter. Seit fünf Generationen betreiben Mitglieder der Familie in Werder und Petzow Gartenbau und Fischerei. Seit 2013 führt Sohn Frank Wache den Betrieb. Zu DDR-Zeiten, von 1961 bis 1990, waren die Waches Mitglieder der Genossenschaft GPG Obstproduktion Werder/Havel. Nach der Auflösung der GPG, wurden die Eigentumsflächen von Ruth Wache zurückgenommen. In den folgenden fünf Jahren sind weitere Flächen in direkter Nähe dazu gepachtet worden. Insgesamt bewirtschaftet der Betrieb 17,92 Hektar. Zum Angebot der Waches gehören dunkle und platzfeste Süßkirschen, die auf 6,75 Hektar angebaut werden. Erdbeeren wachsen auf 2,18 Hektar, der Rest sind Pflaumen, Aprikosen, Birnen, Himbeeren, Gemüse, Kartoffeln. Immerhin drei Familienmitglieder finden so ihr Auskommen. In der Saison werden zusätzlich zwölf polnische Mitarbeiter beschäftigt. Ganz direkt gibt es die Wache-Produkte auch in Berlin -  von Mai bis November in Berlin am Tempelhofer Damm/Ecke Friedrich-Wilhelm-Straße.

Erdbeer-Erträge in Brandenburg

Jahr20052006  200720082009  2010 201120122013  20142015
Ertrag
(Tonnen)
2.1481.6291.285 1.322 1.638 2.173 1.9782.212 2.189 34833960
Fläche (ha) gesamt401 423348    300283316319331 414459 464

Die heimische Erdbeere dürfte nach dem milden Winter und warmen Temperaturen in diesem Jahr in Brandenburg zur Hochform auflaufen. Bis 2012 ging die Anbaufläche im Land zurück. Seit 2013 ist bei Erdbeeren wieder ein positiver Flächenzuwachs zu verzeichnen.
Die drei großen Obstanbaugebiete liegen im Werderaner Raum, im Landkreis Märkisch-Oderland, wozu Wesendahl gehört, sowie in und um Frankfurt (Oder).
Die Brandenburger Produktion kann nicht mit der großen Nachfrage in der Region mithalten, weswegen überregionale und internationale Anbieter in die Bresche springen.

Eigentlich eine Nuss

Die Gartenerdbeere ("Fragaria x  ananassa"; botanisch: Nüsschen, Sammelnussfrucht) ist schon allein wegen der großen Nachfrage die Königin der Beerenobstarten. Bereits in der Antike priesen römische Dichter deren Qualität und nannten sie "frega" oder "fregum". Der botanische Name leitet sich aus dem Lateinischen "fragariae" (duften) ab. Der schwedische Botaniker Carl von Linné fügte das lateinische Wort "vesca" hinzu, was von "versusa" (essbar) oder von "vescus" (zehrend) abgeleitet werden kann - zehrend vielleicht deshalb, weil man von Erdbeeren nicht satt leicht wird, da sie sehr kalorienarm sind.

Ursprünglich war die Beere ein Waldbewohner. Im Mittelalter wurde die Walderdbeere auf großen Flächen kultiviert. Erst mit der Entdeckung der Neuen Welt fand man in Südamerika Erdbeeren mit größeren Früchten - die Scharlacherdbeeren. Walderdbeeren wurden verdrängt - ab 1820 gab es bereits 70 Kultursorten. Mittlerweile sind es über tausend Sorten. Direkte Vorfahren der heute marktgängigen Erdbeeren sind eine Kreuzung der relativ kleinen amerikanischen Scharlach-Erdbeere mit der großfruchtigen "Schönen aus Chile".  
1840 begann in der Nähe von Baden-Baden der erwerbsmäßige Anbau. Mittlerweile gibt es über tausend Sorten mit sehr verschiedenem Aussehen. Eine Weiterentwicklung ist zum Beispiel die Wiesenerdbeere, eine Kreuzung von Wald- und Gartenerdbeere. Aber es gibt auch Sorten, die im Aroma nur noch entfernt an die intensive Würze der traditionellen Sorten erinnern. Aromatische Sorten wie "Mieze Schindler" oder "Lambada" werden eher als Liebhabersorten angesehen.

In der sensiblen roten Frucht stecken viele gesunde Inhaltsstoffe. Da Erdbeeren kaum Kalorien haben, kann man sie unbeschwert genießen. Der Vitamin-C-Gehalt liegt mit 60 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch höher als  bei Zitronen und Orangen. Außerdem enthalten die Früchte wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen.