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Erste Bilanz der Waldbrandsaison

Foto: fire / pixabay.com

Förster freuen sich über Wechsel von Sonne und Regen - Zahl der Brände 2016 dennoch hoch

Presseinformation Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Potsdam – 2015 wurden landesweit 315 Waldbrände erfasst. Mit aktuell 145 Bränden sind die Werte vom Jahr 2014 (117 Waldbrände) schon deutlich übertroffen. In diesem Jahr mussten die Kameraden der Feuerwehren bereits zu Brandherden auf einer Gesamtfläche von 80 Hektar Wald – eine Fläche von mehr als 100 Fußballfeldern –  ausrücken.

Während viele Urlauber kritisch in den Himmel schauen, ob sich die Quellwolken bilden, freuen sich die Waldbesitzer und Förster über den Wechsel von Sonne und Regen. Denn bleibt der Niederschlag aus, steigt in Brandenburg schnell wieder die Waldbrandgefahr. Die Regenschauer kamen in Mengen herunter, die die Böden weitgehend aufnehmen konnten. Nur wenige lokale Gewitter haben kurzzeitig zu Überschwemmungen in einigen Regionen des Landes geführt.

Sommertemperaturen lassen die Waldbrandgefahr steigen

Während wieder in 10 der 14 Landkreise die Waldbrandgefahrenstufe 3 – mittlere Gefahr – gilt, wird wieder auf einen Anstieg der Waldbrandgefahr reagiert. In den Landkreisen Dahme-Spreewald,  Potsdam-Mittelmark, Havelland und Barnim gilt nun Stufe 4 - hohe Waldbrandgefahr. Das Brandenburger Forstministerium informiert über seine Internetseite über die jeweils aktuell geltenden Waldbrandgefahrenstufen im Land, die seit 2014 bundesweit in fünf Stufen erfasst werden.

Abhängig von der Witterung erwarten die Forstleute eine etwas bessere Situation als im Vorjahr. Der Forstbetrieb und auch die Freiwilligen Feuerwehren sind auch für den Fall gut vorbereitet, dass der Juli und August noch durchgehend heiß werden.

Brandverursacher ist überwiegend der Mensch

Natürliche Brandursachen wie Blitzschlag bleiben die Ausnahme. Meist ist es Fahrlässigkeit, die dazu führt, dass sich der Waldboden entzündet.

Die aus dem Auto achtlos weggeworfene Zigarettenkippe gehört weiterhin zu den häufigsten Brandursachen. Aber auch durch das unerlaubte Lagerfeuer im oder am Waldrand, das Grillen oder das Hantieren mit Maschinen, die Funken sprühen lassen, führen zu Waldbränden.

Eine besondere Gefährdung geht in Brandenburg von Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg und auf ehemaligen Truppenübungsplätzen aus. Immer wieder kommt es - insbesondere auf den ehemaligen Übungsplätzen - zur Selbstentzündung von Munition. Die Brandbekämpfung stellt dabei die Feuerwehren vor eine besondere Herausforderung. Im Einzelfall müssen Waldbesitzer zusehen, wie der Wald abbrennt, weil es zu gefährlich ist, auf diesen Flächen zu löschen.

Im zweistelligen Prozentbereich liegt die Zahl der durch Brandstiftung verursachten Waldbrände. In diesem Jahr gab es im Landkreis Oberhavel bereits eine Vielzahl von Waldbränden, in denen die Polizei wegen Verdachts auf Brandstiftung ermittelt. Auffällig ist die Lage immer dann, wenn die Brandorte sehr nahe beieinander liegen und an Tagen ausbrechen, wo die Gefahr eigentlich nicht ganz so hoch ist.

Waldbrandkameras erkennen auch Lagerfeuer im Garten oder am Badesee

Bereits ab der Stufe 3 setzt die landesweite Waldbrandfrüherkennung ein. 109 Kameras überwachen dann die Brandenburger Wälder und melden jede Rauchentwicklung an eine der Waldbrandzentralen. Wenn die Meldung sich als Waldbrand bestätigt, wird sofort die örtliche Leitstelle der Feuerwehr informiert. Die Bilder dokumentieren dabei die erkannte Rauchsäule. Zeitgleich wird der Brandort in einer Karte dargestellt.

Weitere Informationen zu Waldbrandschutz und Waldbrandgefahren in Brandenburg: