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Leuchtendes Blütenmeer bei Crussow zu bewundern

Foto: Leuchtender Acker bei Crussow / Roland Schulz / bearbeitet Foto: Leuchtender Acker bei Crussow / Roland Schulz / bearbeitet

Naturschutz als Erfolg für Arten und Augen

Pressemitteilung Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

Crussow. Leuchtendes Rot, so weit das Auge reicht, dazwischen prächtige blaue, violette und weiße Tupfer. In der Uckermark, etwa 1,5 Kilometer östlich von Crussow, bietet eine Ackerfläche derzeit einen herrlichen Anblick! Gemeinsam mit dem Pächter dieser Fläche, der Agrar-GmbH Crussow, hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg ein Bewirtschaftungskonzept erarbeitet, das speziell auf die buntblühenden Ackerwildkräuter ausgerichtet ist – eine Kooperation, die sich bezahlt macht.

Auf dem Acker wechseln sich basenreiche Lehmböden mit sandigen Flächen ab. Dies schafft beste Voraussetzungen, damit gefährdete basenliebende Ackerwildkrautarten gedeihen können. „Als uns die etwa 15 Hektar große Fläche im Herbst 2013 als Nationales Naturerbe zugeordnet wurde, waren dort keine Ackerwildkräuter mehr zu finden“, erinnert sich Elke Wayß, Mitarbeiterin der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. „Glücklicherweise haben wir mit der Agrar-GmbH Crussow einen Pächter gefunden, der die Naturschutzbelange unterstützt und so zum Erhalt der kostbaren Vielfalt auf dieser Fläche beiträgt.“

So wird der Acker nicht gedüngt und es kommen auch keine Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Außerdem wurden spezielle Auflagen vereinbart, zum Beispiel Vorgaben zum Pflügen. Um die Artenzahl zu vergrößern, hat der Pächter zudem Saatgut ausgebracht, das auf einem anderen Schutzacker in der Region gewonnen wurde. Im Jahr 2015 konnten so insgesamt 160 Pflanzenarten auf dem Ackerflurstück nachgewiesen werden, unter anderem Kornrade, Feldrittersporn und sogar Ackerschwarzkümmel, der europaweit als gefährdet gilt. Auch Feldvögel fühlen sich auf diesem Acker wohl: Zahlreiche Feldlerchen und Braunkehlchen konnten bereits beobachtet werden.

Etwa drei Viertel aller in Deutschland vorkommenden (Un-)Krautarten sind erst mit dem Getreideanbau nach Mitteleuropa eingewandert. Mit der zunehmenden Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung ging die Bekämpfung dieser Begleitarten einher. Das führte in den letzten Jahrzehnten zum Schwund der farbigen Kulturlandschaften. Heute stehen viele Ackerwildkrautarten auf den Roten Listen.

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Heinrich-Mann-Allee 18/19
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