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Weniger Verkehrstote im Landkreis Barnim

Schwere Verkehrsunfälle nehmen zu/Jeremy Rizer_pixelio

Zahl der Verletzten nimmt jedoch zu

Die Zahl der Verkehrstoten im Landkreis Barnim ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer im Landkreis Barnim forderte in 2014 fünf Todesopfer, acht weniger als im Vorjahr. Das teilte Marcel Kerlikofsky, Leiter der Verkehrsunfallkommission Barnim, heute mit. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung“, sagte er. Allerdings gebe es auch einige Statistiken, die man mit Sorge beobachten würde. So sei zwar auch die Gesamtzahl der in 2014 polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle von 5221 auf 5114 gesunken. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden (624) sei hingegen um fast vier Prozent gestiegen.

„Nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen und wirkt sich auch erheblich auf die Schwere der Verkehrsunfälle aus“, nennt Kerlikofsky einen der Hauptgründe. Hinzu kommt, dass auch das Fahren unter Alkoholeinfluss deutlich zunimmt. Allein 75 Unfälle und damit 16 mehr als noch vor einem Jahr gingen auf Fahren unter Alkoholeinfluss zurück.

Eine Zunahme ist auch bei den Verkehrsunfälle mit Radfahrern zu verzeichnen. Hier stieg die Zahl um 6,19 Prozent von 224 auf 240. Bei den Motorradfahrern war der Anstieg mit 12,03 Prozent sogar noch deutlicher (2013: 133, 2014: 149). Als Unfallschwerpunkte kristallisierten sich dabei vor allem die Strecke rund um den Werbellinsee, die Strecke zwischen Eberswalde und Oderberg sowie zum Schiffshebewerk heraus. „Auf diesen Straßen erfolgt in diesem Jahr eine verstärkte Kontrolle der Geschwindigkeiten“, nennt Kerlikofsky eine Maßnahme, um Abhilfe zu schaffen.

Mit Sorge betrachtet Kerlikofsky auch einen bereits seit einigen Jahren anhaltenden Trend, wonach immer mehr Senioren (ab 65 Jahre) in Verkehrsunfälle verwickelt werden beziehungsweise Hauptverursacher dieser Unfälle sind. Während die Zahl der Verkehrsunfälle in den vergangenen Jahren kontinuierlich sank (2010: 5523, 2012: 5231, 2014: 5114), nahm der Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren im gleichen Zeitraum kontinuierlich zu (2010: 997, 2012: 1029, 2014: 1086). In 71,4 Prozent der der Fälle waren die Senioren auch Hauptverantwortliche der Unfälle.

Erfreulich ist hingegen, dass es im vergangenen Jahr erneut wieder weniger Unfälle mit Kindern (0 bis 14 Jahre) gegeben hat. In der Statistik stehen lediglich 60 registrierte Unfälle. Dennoch leistet die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Barnim mit dem Projekt „Mit Rücksicht für mehr Sicherheit“ weiterhin Präventionsarbeit. Hauptziele des Projektes sind die Bewusstseinsförderung für den sicheren Schulweg und der Einhaltung von Verkehrsregeln und eine Sensibilisierung zu und Reduzierung von Problemstellen. Bereits bis Ende April sind Termine mit den Schulen vereinbart.