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Rettungsbus Barnim

Zahlreiche Hilfsorganisationen unterstützen die Rettungsbusidee/Oliver Köhler

Der Landkreis Barnim verfügt nun über ein eigenes Fahrzeug zur Unterstützung im Katastrophenfall

Unfallbeteiligte (Unverletzte oder Leichverletzte) von der Autobahn retten, die Evakuierung im Zuge von Kampfmittelfunden oder bei Verkehrsunfällen auf Autobahnen, der Transport von Einsatzkräften – all dies sind Aufgaben, die im Landkreis Barnim künftig noch schneller erledigt werden können. In allen Fällen stehen Betreuungsaufgaben im Vordergrund, weil es sich hier lediglich um unverletzte oder nur sehr leichtverletzte Personen handelt, die keine medizinische Überwachung benötigen, aber dennoch geordnet und betreut möglichst zeitnah zu transportieren sind.

In Eberswalde wurde für diese und vergleichbare Einsatzsituationen vor kurzem nun der erste Rettungsbus im Land Brandenburg in Dienst gestellt. Die Barnimer Busgesellschaft mbH in kommunaler Trägerschaft hat sich vertraglich zur Mitwirkung im Katastrophenschutz bereit erklärt. Ein bereits vorhandener, moderner zwölf Meter langer Linienbus wurde für seine neue mögliche Verwendung umgebaut und ist dafür vorgesehen, leicht- oder unverletzte Personen zu transportieren oder alternativ auch Einsatzpersonal der Einsatzstelle zuzuführen. Er kann vorübergehend auch als klimatisierte Unterbringungsmöglichkeit genutzt werden. Die Anforderung des Rettungsbusses erfolgt ausschließlich über die Integrierte Regionalleitstelle NordOst des Landkreises Barnim auf Anforderung des Einsatzleiters der örtlich zuständigen öffentlichen Feuerwehr. Auch der Polizei wurde die Nutzung des Rettungsbusses zur Unterstützung angeboten.

Das Konzept ist in der Region einmalig und wurde nach dem Vorbild der Stadt Siegen in Nordrhein-Westfalen geschaffen. Besonders sinnvoll erweist sich der Rettungsbus auch aufgrund der besonderen Einsatzstruktur der Region vor den Toren Berlins: Viele Autobahnen und ein beliebtes Urlaubsziel erfordern im Großschadensfall möglicherweise einen schnellen Einsatz geeigneter Transportkapazitäten, die nun mit dem Rettungsbus geschaffen werden konnten. Und so kann der Rettungsbus jederzeit über die Regionalleitstelle NordOst angefordert und eingesetzt werden. Die Umrüstungskosten waren im Vergleich einer Vorhaltelösung minimal, so dass ein sehr wirtschaftliches Konzept im Landkreis Barnim zur Nachahmung bereit steht.

Der Linienbus wird im „Normalbetrieb“ im Linienverkehr eingesetzt. Mit seiner auffälligen Außenbeschriftung wirbt der Bus für die ehrenamtliche Mitarbeit im Katastrophenschutz des Landkreises Barnim. Wer in den auffällig beklebten, in gelb-rotem ortstypischen Layout des Rettungsdienstes gehaltenen, mit „Notruf 112“ beschrifteten und mit einer Sondersignal-Anlage versehenen Bus einsteigt, muss möglicherweise damit rechnen, dass die Fahrt schneller als gedacht enden könnte: Wird der Rettungsbus von der Regionalleitstelle NordOst zu einem Einsatz angefordert, müssen die Fahrgäste, selbstverständlich unter Einhaltung etwaiger Fürsorge- und Garantenpflichten, möglicherweise an der nächsten Haltestelle in einen Ersatzbus umsteigen, damit der Rettungsbus seine Fahrt zum Einsatzort aufnehmen kann.

Haben Sie Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit?

Ansprechpartner bei den örtlichen Feuerwehren oder den Hilfsorganisationen, die im Landkreis Barnim im Katastrophenschutz mitwirken sind:

Landkreis Barnim
Ordnungsamt, Sachgebiet Bevölkerungsschutz
Eberswalder Straße 41 a
16227 Eberswalde

Dirk Wagner, Telefon: 03334 3048 - 139
Marko Blankenburg, Telefon: 03334 3048 - 136