Title

Barnimer Kreisarchiv beleuchtet Rolle von Verwaltungen während der NS-Zeit

Foto: Ausstellung Kreisarchiv: Oliver Köhler

Landrat Bodo Ihrke eröffnet Wanderausstellung

 „…zum Schutz von Volk und Staat“ ist eine Ausstellung überschrieben, die derzeit im Barnimer Kreisarchiv zu besichtigen ist. Darin wird vor allem die Rolle regionaler und lokaler Behörden im Dienst der Nazis beleuchtet. „Es ist erschreckend zu sehen, welchen Mechanismen wirkten, um die Macht der Nazis zu stützen und auszubauen“, sagte Barnims Landrat Bodo Ihrke zur Eröffnung. „Vor allem in einer Zeit, in der radikales Denken sich wieder verbreitet, ist diese Ausstellung eine Mahnung.“

Die um regionale Inhalte erweiterte Wanderausstellung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs beschäftigt sich mit der NS-Strafjustiz, die durch die Sondergerichte und das Kriegssonderstrafrecht wesentlich zur Unterdrückung und Verfolgung breiter Schichten der Bevölkerung beitrug. Anhand ausgewählter Dokumente zu Einzelschicksalen veranschaulicht sie die Mitwirkung und Verantwortung regionaler und lokaler Behörden in der damaligen Provinz Brandenburg.

Nach der „Machtergreifung“ 1933 verhängten die Nationalsozialisten mit Hilfe von Notverordnungen den politischen Ausnahmezustand. Innerhalb weniger Wochen waren die Grundrechte der Weimarer Verfassung beseitigt und im Zuge der „Gleichschaltung“ alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in die NS-Verfolgungs- und Repressionspolitik eingebunden. In den folgenden Monaten rollten über die Provinz Brandenburg Terrorwellen, die sich vor allem gegen Mitglieder von KPD, SPD und der Gewerkschaften richteten. Nach und nach bezogen die Repressions-maßnahmen alle aus politischen, weltanschaulichen, rassischen oder anderen Gründen als Gegner wahrgenommenen Parteien, Gruppen und Personen ein.

In der Ausstellung werden für einige Opfergruppen beispielhaft dokumentarische Belege verschiedener Formen von Verfolgung im Alltagsleben gezeigt – von der Erfassung und Überwachung, über Ausgrenzung bis zur Bestrafung und Ermordung. Der Blick liegt dabei auf Personen aus dem politischen Widerstand sowie Opfern der NS-Rassenpolitik. Auf Menschen, die durch unangepasstes Verhalten und „unspektakuläres Widerstehen“ in das Netz der NS-Verfolgung gerieten, weisen unter anderem prägnante Dokumente aus Strafverfahrensakten der NS-Justiz hin. Zwei Tafeln beschäftigen sich mit dem Schicksal verfolgter Barnimer Bürger.

Kontakt

Landkreis Barnim, Kreisarchiv
Carl-von-Linde-Straße 8
16225 Eberswalde
Telefon:     03334 33761
E-Mail:     [email protected]

Verkehrsmittel

Buslinien der BBG 864 bis Haltestelle Alfred-Nobel-Straße und 915 bis Haltestelle Lichterfelder Brücke

Öffnungszeiten:
Dienstag:                9 – 18 Uhr
Montag, Mittwoch, Donnerstag:    10 – 15 Uhr
Freitag:                10 – 12 Uhr
Eintritt: frei

Konktakt zum Aussteller

Brandenburgisches Landeshauptarchiv
Am Mühlenberg 3
14476 Potsdam OT Golm
0331 5674-0
[email protected]
www.blha.de