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Baudenkmalpflege in der Tradition von Schinkel

Foto: Brauhaus Kloster Chorin / BLB

Brandenburgische Landesbetrieb beendet großen Bauabschnitt am Kloster Chorin

Presseinformation Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)

Karl Friedrich Schinkel sei Dank, er entdeckte das ehemalige Zisterzienserkloster Chorin auf einer seiner Inspektionsreisen durch das Land Brandenburg. 1810 zum geheimen Oberbauassessor ernannt, begann sein Engagement für Chorin, in dem er sich zeichnerisch dieser großen Aufgabe näherte. Die Reproduktionen von Werken Schinkels sind von nun an in der am vergangenen Freitag, den 7. April 2017 eröffneten Dauerausstellung zu sehen. Auf diesen Arbeiten Schinkels basiert die Bewertung des Klosters als „Denkmal nationaler Baukunst“. Dem Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) obliegt in der Tradition Schinkels die Aufgabe, durch bauliche Sanierungsmaßnahmen den enormen baukünstlerischen und architektonischen Wert des Klosters im Auftrag des Landes Brandenburg zu erhalten. Im Vorfeld der Ausstellungseröffnung wurde ein großer Sanierungsabschnitt am Kloster für rund 2,3 Millionen Euro beendet.

Denkmalgerechte Sanierung mit Rätseln und Überraschungen

Seit 1990 investierte das Land Brandenburg über 14 Millionen Euro in die Instandsetzung des Bauwerkes und die Wiederherstellung ursprünglicher Räumlichkeiten mit neuer Nutzung. „Behutsame Sanierung unter Berücksichtigung des denkmalpflegerischen Konzeptes ist das Motto der beauftragten Planungsbüros und Bauunternehmen“, unterstreicht der Technische Geschäftsführer des BLB, Norbert John. „Die komplexen Herausforderungen dabei reichen von der Installation von technisch notwendigen Einbauten in die vorhandene Substanz bis hin zur Wiederverwendung ursprünglicher Baumaterialien, wie zum Beispiel der alten Dachziegel“, erläutert John weiter. Berücksichtigt werden mussten immer wieder archäologische und bauhistorische Spuren, die während der Sanierungsmaßnahmen entdeckt wurden. So wurde unter anderem eine zugemauerte Türöffnung gefunden. Es bleibt bisher ein Rätsel, ob diese zum wahrscheinlich zugeschütteten Keller unter der Küche führte.
Der aktuelle Bauabschnitt startete mit der Sanierung des Pfortenhauses im März 2014. Im zweiten Teil dieser Baumaßnahme wurden im Cellarium im Westflügel und im Brauhaus die alten Gemäuer für die neue Dauerausstellung umgebaut. „Vor Überraschungen ist man bei den Maßnahmen im Kloster Chorin nie gefeit“, sagt der zuständige BLB-Projektleiter Lutz Nieke. „So musste die Bautätigkeit an dieser Stelle unterbrochen werden, da vorab für 14 verschiedene Fledermausarten ein neues Schlafdomizil gefunden werden musste“, so Nieke. Im Anschluss wurde das Refektorium als Veranstaltungsraum für bis zu 200 Besucher nutzbar gemacht. Die fast raumhohen gotischen Fenster geben dem Saal einen mystischen Charakter. Zuletzt wurde ein großer Teil der Außenanlagen saniert. Fertiggestellt sind das neue Orientierungssystem, eine Natursteintreppe zum Klostersee, eine neue Pforte am Eingangsgebäude sowie die Zuwegung zu den Museen. Aktuell steht noch der Ausbau des unmittelbar am Klostergeländes befindlichen Parkplatzes aus. „Die weitere Erhaltung des Gesamtkunstwerkes Kloster Chorin bleibt eine fortwährende Aufgabe für uns als BLB und für kommende Generationen“, resümiert Norbert John.

Sanierung Kloster Chorin – Bauabschnitt 2014 bis 2017

Bauherr:     BLB im Auftrag des Landes Brandenburg
Architekten:Angelis & Partner Architekten GbR, Wismar
Maßnahmen:
  • Sanierung des Pfortenhauses
  • Sanierung des Westflügels (Herrichtung des Cellarii für die neue Basisausstellung)
  • Sanierung des Brauhauses für die neue Schinkelausstellung
  • Sanierung des Refektorium als Veranstaltungsraum
  • Fertigstellung eines Teils der Außenanlagen (neues Orientierungssystem, Natursteintreppe zum Kloster, Pforte am Eingangsgebäude, Zuwegung zu den Museen)
Ort:  Amt Chorin 11a, 16230 Chorin
Nutzfläche Westflügel: 680 Quadratmeter
Nutzfläche Brauhaus: 240 Quadratmeter
Bauzeit:März 2014 bis März 2017
Baukosten: 2.330.000 Euro

Über den BLB

Der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) ist der zentrale Partner für die Landesverwaltung Brandenburg bei den Themen Liegenschafts-, Gebäude- und Baumanagement. Als Eigentümer bewirtschaftet er große Teile des Liegenschaftsvermögens des Landes und ist gleichzeitig serviceorientierter Vermieter. Für die Kunden im Land Brandenburg, von der Staatskanzlei über das Justizministerium bis zum Forstamt, für den Bund und bei besonderem Landesinteresse auch für Dritte managt der BLB Bauprojekte. Weiterhin organisiert er den Fuhrpark der allgemeinen Landesverwaltung Brandenburgs. Durch eine optimale Bewirtschaftung und Verwertung aller Liegenschaften sowie durch die effiziente Planung des Fuhrparks leistet der BLB einen aktiven Beitrag zur Entlastung des öffentlichen Haushalts des Landes Brandenburg.

Weitere Informationen unter

www.blb.brandenburg.de

Bildnachweis:

Fotos Ulrike Rehberg, BLB