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Vielfalt an Landschaften

Grumsiner Forst / Hans Peter Urban

Naturräume

Eine Grundlage der Vielfalt an Lebensräumen und Arten sind die natürlichen geographischen Gegebenheiten: das Relief mit seinen Formen, den Höhen- und Neigungsverhältnissen, die Vielfalt an Gesteinen und daraus entstandene Böden, das Klima und die Wasserverhältnisse. Auch die Vegetation und die Tierwelt geben den Räumen ein Gesicht. Wir nennen die Räume Landschaften.

Die Landschaften im Landkreis Barnim sind jung, nicht älter als 20.000 Jahre. Seit Jahrtausenden leben Menschen darin. Am Anfang waren es wenige, erst sammelnd und jagend, später Ackerbau und Viehzucht betreibend. Seit Jahrhunderten verändern wir Menschen durch intensiver werdende Nutzung und neue technische Möglichkeiten zunehmend den natürlichen Charakter, schaffen Kulturlandschaften.
Landschaften sind durch ihre Ausstattungsmerkmale voneinander abgrenzbar. Mitunter kann man leicht Grenzen erkennen wie zwischen Oderbruch und Barnimplatte im Großen oder Moor und benachbarter Sandfläche im Kleinen. Abgrenzbar sind Landschaften aber auch durch vorherrschende Nutzung: Ackerlandschaften, Waldgebiete, Siedlungsräume. Oft verzahnen verschiedenartige Landschaftstypen engräumig, bilden Mosaike. Dann sind Grenzen schlechter wahrnehmbar. Sowohl die natürlichen als auch die künstlichen Eigenschaften der Landschaften bestimmen heute die Lebensvielfalt im Barnim.

Der Landkreis hat an vier Großlandschaften, sogenannten Naturräumen, Anteil, die während und nach der letzten Eiszeit – der Weichseleiszeit – entstanden sind. Wie der gesamte Nordosten Deutschlands gehört er zum Jungmoränengebiet. So wird der Teil des norddeutschen Tieflandes genannt, der von der jüngsten, der letzten Vereisung überformt wurde. Die glaziale Serie als Idealbild der eiszeitlichen Ablagerungen ist im Landkreis besonders gut ausgebildet.