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Aktionen zur Europäischen Fledermausnacht – „Batnight“

Foto: flying dog / pixabay.com Foto: flying dog / pixabay.com

Alljährlich am letzten Augustwochenende in 25 Ländern

Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Potsdam – Am 26. August ist „Batnight“. Die Europäische Fledermausnacht wurde 1997 vom EUROBATS-Sekretariat angeregt und findet seither alljährlich am letzten Augustwochenende in 25 Ländern zur Information der Öffentlichkeit über Fledermäuse und deren Schutz statt. Auch in Deutschland werden an diesem Wochenende Aktionen zur Nacht der Fledermäuse angeboten.

Im Land Brandenburg sind unter anderem Veranstaltungen in Schwedt, Märkische Höhe (OT Julianenhof), Angermünde, Potsdam, Bad Freienwalde und Biesenthal  im Programm. Mehr dazu unter:

www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/batnight/

Auch in diesem Jahr beteiligt sich das Landesamt für Umwelt:  Am 26. August ab 20.30 Uhr in Karwe (Altfriesack) gibt es eine von der Naturschutzstation Zippelsförde organisierte Veranstaltung zum Fledermausschutz, die vom NABU-Kreisverband Neuruppin unterstützt wird. Treffpunkt ist die Fischerhütte der Fischerei Pfefferkorn am Teich 10. Hier wird ab 21.00 Uhr eine kurze Übersicht über die 18 im Land Brandenburg heimischen Fledermausarten gegeben. Im Anschluss wird mit Hilfe von Fledermausnetzen und Detektoren versucht, den kleinen Flugakrobaten vor Ort auf die Spur zu kommen. Parallel dazu kann man sich passend zum Thema mit Fledermausmotiven schminken lassen und bei Fledermausrätseln sein Wissen unter Beweis stellen oder verschiedene Bastelangebote rund um die Fledermaus nutzen. Besucher werden gebeten, Taschenlampen mitzubringen. Der Imbiss der Fischerei hat an diesem Abend für die Besucher geöffnet.

EUROBATS, das Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen, wurde unter dem Dach der Bonner Konvention zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten entwickelt und ist 1994 in Kraft getreten. Ziele des Abkommens sind der Schutz der Arten, ihrer Quartiere und wichtiger Nahrungsgebiete sowie die Förderung von Öffentlichkeitsarbeit und Forschung für den Fledermausschutz. Dazu zählt auch die Entwicklung eines Fledermausmonitorings als wichtige Voraussetzung für Naturschutzplanungen und wirksame Schutzmaßnahmen.

Der Fledermaus ein Haus

Das Brandenburger Umweltministerium förderte die Erfassung und den Erhalt von Fledermausquartieren. Hierfür wurden auch Gelder aus Lottomitteln bereitgestellt. Dadurch konnten zum Beispiel in der Döberitzer Heide Bunkeranlagen frostfrei umgebaut werden. In der Elbtalaue wurde die fortgesetzte Erfassung und Kontrolle von Arten finanziert. Beiderseits der Oder konnten die Fledermausbestände in alten Militärbunkern ermittelt werden. Im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen für den Europarc Dreilinden (Kreis Potsdam-Mittelmark) wurde ein Winterquartier für Fledermäuse hergerichtet. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Groß Dölln richtete der Solaranlagenbetreiber Belectric Fledermausquartiere her. Heute zählt das Areal in der Schorfheide zu den bedeutendsten Winterquartieren von Fledermäusen im Land Brandenburg.

Die Zahl der dort überwinternden Fledermäuse hat sich von rund 1.000 vor der Errichtung des Solarparks auf 3.800 erhöht. Dafür gab es 2016 die „Fledermausplakette“ des Landes. Unter dem Motto „Wir geben der Fledermaus ein Haus“ ruft das Land Gebäudeeigentümer und Gebäudenutzer dazu auf, Fledermausquartiere an ihren Häusern zu erhalten oder neu zu schaffen. Die für besonderes Engagement vergebene Fledermaus-Plakette symbolisiert – am Gebäude angebracht – sichtbar Eigeninitiative und Toleranz gegenüber den kleinen Insekten jagenden Mitbewohnern.
Doch herrscht doch bei den nachtaktiven Tieren nach wie vor akute Wohnungsnot. Viele ihrer traditionellen Versteckmöglichkeiten auf Dachböden und in Mauerspalten, hinter Fensterläden und Fassadenverkleidungen, in Kellern oder anderen unterirdischen Bauwerken gehen - oft aus Unwissenheit – verloren. Insbesondere ist das oft bei der Sanierung und Modernisierung von Gebäuden zu beobachten. Dabei sind die kleinen Flugakrobaten auch als biologische Schädlingsbekämpfer sehr nützlich. Eine Fledermaus kann in nur wenigen Monaten bis zu 60.000 Mücken verzehren.

Projekt Fledermauszug

Der Wiederfund eines am 19. Juli 2016 in Stendell bei Schwedt beringten Kleinen Abendseglers versetzt Anfang des Jahres Fledermausforscher in helle Aufregung. Am 26. Januar 2017 wurde das Tier in Südfrankreich gefangen und anhand der Markierung erkannt. Das Tier überwand damit eine Strecke von 1.205 Kilometern. Im Rahmen des Projekts „Fledermauszug Deutschland“ werden seit Frühjahr 2015 auch im Nationalpark und in der Nationalparkregion Rauhautfledermäuse und Kleine Abendsegler markiert. Der Kleine Abendsegler ist bis zu 4,5 Zentimeter groß und zählt zu den fernwandernden Fledermausarten. Er verlässt spätestens Ende September Brandenburg und fliegt in seine süd-südwestlichen Überwinterungsgebiete.

Nachtschwärmer – Fledermausschutz in Brandenburg

Derzeit leider nur als PDF ist über die Internetseite des Brandenburger Umweltministeriums eine umfangreiche, reich bebilderte Dokumentation zum Fledermausschutz in Brandenburg abrufbar:

http://www.mlul.brandenburg.de/n/nachtschwaermer.pdf