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Erfolgreiche Tierseuchenübung

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Amtstierärzte Brandenburgs probten im Barnim für den Ernstfall

Weil im Ernstfall keine Zeit für Experimente bleibt, erprobten im Mai Brandenburgs Veterinäre im Rahmen einer Tierseuchenübung das Zusammenspiel im Falle des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest. Die Ergebnisse der Übung wurden heute im Beisein der Staatssekretärin aus dem Brandenburger Verbrauchschutzministerium, Anne Quart, ausgewertet. Sie lobte dabei die Arbeit der Behörden: „Wenn hochinfektiöse Tierseuchen ausbrechen, müssen Mensch und Technik funktionieren. Brandenburg ist in den letzten Jahren auch auf Grund intensiver vorbeugender Seuchenschutzmaßnahmen und Überwachungstätigkeit von gravierenden Tierseuchenausbrüchen verschont geblieben. Umso wichtiger ist es, besonders in seuchenfreien Zeiten, das Tierseuchenkrisenmanagement der Landkreise und kreisfreien Städte zu trainieren um es funktions-fähig und einsatzbereit zu halten.“

Barnimer Amtstierarzt Dr. Volker Mielke zeigte sich nach der Übung erfreut über den guten Verlauf. „Egal ob Ordnungsbehörden, Landesforst, Jäger oder Freiwillige Feuerwehr, alle Akteure sind sich der realen Gefahr bewusst und haben sich dem entsprechend intensiv in die Übung eingebracht“, sagte er. Auch das Zusammenspiel mit den benachbarten Kreisen Märkisch-Oderland, Uckermark und Oberhavel, die nach dem fiktiven Fund eines toten Wildschweines bei Eichhorst (Barnim) und dem Festlegen der gefährdeten Zone von 20 Kilometer im Umkreis in die Übung einbezogen wurden, bewertete er als sehr positiv.

Nach Mielkes Einschätzung habe der Barnimer Krisenstab für seine weitere Arbeit viele Erkenntnisse gewinnen können. Dazu zählte auch, dass man nun die Kosten eines solchen Krisenfalles besser einschätzen könne. Diese liegen, bezogen auf ein Jahr, im hohen sechsstelligen Bereich: „Dies kann einen Kreis schnell überfordern, aus diesem Grund wollen wir hier mit dem Land im Gespräch bleiben, um eine angemessene finanzielle Unterstützung im Falle einer Krise sicherstellen zu können“, sagte er.
Tierseuchenübungen finden in den Landkreisen und kreisfreien Städten in der Regel einmal jährlich mit wechselnden Schwerpunkten und ergänzend dazu einmal jährlich als landesweite Übung unter Leitung des Verbraucherschutzministeriums statt. Für die aktuelle Übung wurde angenommen, dass im Landkreis Barnim bei einem verendeten Wildschwein die Afrikanische Schweinepest festgestellt wurde.

Die für den Menschen ungefährliche Afrikanische Schweinepest stellt eine große Bedrohung für den Wild- und Hausschweinebestand dar, weil dagegen kein Impfstoff zur Verfügung steht, die Tierseuche sich sehr schnell ausbreiten kann und ein großer wirtschaftlicher Schaden durch Tierverluste und Restriktionsmaßnahmen zu befürchten wäre.

„Die Übung hat gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Land und Kreis im Ernstfall ist. Mit den gewonnenen Erkenntnissen können wir die Bekämpfungskonzepte in allen Landkreisen nun anpassen und verbessern. Gezeigt hat sich zum Beispiel, dass auch die Mitwirkung der Jäger von großer Bedeutung ist“, so Anne Quart. Sie betonte zugleich, dass auch vorbeugende Maßnahmen wichtig sind: „Schweinehalter sollten die Maßnahmen der allgemeinen Betriebshygiene überprüfen und strikt einhalten, das gilt insbesondere für Freiland- und Auslaufhaltungen, um jeden Kontakt mit Wildschweinen auszuschließen“, sagte sie.

Hintergrund

Die Afrikanische Schweinepest ist gegenwärtig vor allem in Osteuropa ein Problem. Um ein Übergreifen nach Brandenburg zu verhindern, haben die Behörden Vorsorge getroffen und führen Schulungen und Übungen durch. Wichtig ist aber auch die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger. Auf Rastplätzen unachtsam entsorgte Speisereste etwa könnten die Afrikanische Schweinepest auf Wildtiere übertragen. Von dort könnten die Erreger unter Umständen auch in Brandenburg auf Hausschweinebestände übergreifen. Das Virus ist sehr widerstandsfähig, so dass eine Einschleppung über Speisereste oder auch über Jagdausrüstung und Transportfahrzeuge möglich ist.