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Paarung macht blind

Foto: Hirsch / pixabay

Brunftzeit beginnt - Wildunfälle nehmen zu

Presseinformation des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft

Potsdam – Die Paarungszeit des Rotwilds hat wieder begonnen. Erfahrungsgemäß steigt die Zahl der Wildunfälle in der Region alljährlich mit Beginn der Paarungszeit – Brunft genannt.
Auf diese Zeit der besonderen Aktivität dieser Wildtiere sollten sich vor allem Autofahrer mit einer an die jeweiligen Gegebenheiten angepassten Fahrweise einstellen. Verantwortungsvolle Kraftfahrer sollten gerade jetzt, auch aus wohlverstandenem Eigeninte-resse dem Verkehrszeichen „Wildwechsel“ besondere Beachtung schenken. Dazu gehört, die Fahrgeschwindigkeit stets darauf auszurichten, dass kurzfristiges Bremsen möglich ist. Eine angepasste, aufmerksame Fahrweise hilft, Wildunfälle zu vermeiden und Schäden zu begrenzen.
Im Nordosten beginnt die Brunft tendenziell etwas früher als im Südwesten, was mit den klimatischen Bedingungen zusammenhängt. Kalte Nächte heizen den Hirschen ein. Frostnächte begünstigen das Paarungsverhalten.
Gerade Brandenburg gilt als eines der Hauptverbreitungsgebiete dieser größten heimischen Hirschart. Nur wenige eingewanderte Elche laufen dem röhrenden Paarhufer bislang den Rang als „König der Wälder“ ab.
Die Rotwildstrecke ist nach der Streckenstatistik im Landesjagbericht 2014/2015 erstmals fünfstellig und beträgt 10.488 Stück. Sie ist um sechs Prozent höher als im Vorjahr. In den Landkreisen Oder-Spree und Ostprignitz-Ruppin macht die Jahresstrecke über tausend Tiere aus. Die Verkehrsunfallbilanz für 2014 weist für das Land 14.779 und 196 Verletzte bei Unfällen mit Wildtieren aus.
Ab Mitte September beginnt die Rotwildbrunft, bei der die Hirsche mit lautem Röhren ihre Besitzansprüche an ihrem Rudel bekunden. Ein Hirsch in der Brunft ist in einem hormonellen Ausnahmezustand. Vor allem morgens und abends demonstriert der Platzhirsch mit seinem ganzen Imponiergehabe, wer der Chef im Revier ist. Der Platz-hirsch hält das Kahlwild (die weiblichen Tiere) zusammen und schreitet oft erhobenen Hauptes über seine Brunftplätze. Die gesamte Brunft zieht sich über drei bis vier Wochen hin. In dieser Zeit bewacht der Platzhirsch eifersüchtig seinen Harem und verhindert, dass ein anderer Hirsch sich seinen Kühen nähert. Zu diesem Verhalten kommt das Kämpfen mit dem Geweih mit anderen Hirschen sowie das intensive Suhlen dazu. Der Platzhirsch markiert sein Revier und das so intensiv, dass dies selbst für Menschen wahrnehmbar ist. Während der Brunft nehmen die Hirsche kaum Nahrung zu sich und verlieren so 30 bis 40 Kilogramm an Gewicht. Die Tragzeit beträgt rund 230 Tage. Die Kälber kommen demzufolge im Mai und Juni zur Welt.