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Befristete Sperrung des Werbellinkanals notwendig

Vorbereitung von Sanierungsmaßnahmen

Zur Behebung von Baumängeln muss der Werbellinkanal zeitweise gesperrt werden. Dies ergibt sich als Schlussfolgerung aus einem Gutachten, welches das Landesamt für Umwelt (LFU) dem Brandenburger Umweltministerium aktuell vorgelegt hat. Ein kürzlich vom LFU in Auftrag gegebenes Gutachten hat bestätigt, dass in einigen Bereichen die Standsicherheit der Dämme des neu ausgebauten Teilstücks des Werbellinkanals gefährdet ist. Über die Ergebnisse sind der Barnimer Landrat Bodo Ihrke  sowie der Amtsdirektor des Amtes Biesenthal-Barnim, Andre Nedlin, informiert worden.

Im Rahmen der Wassertourismusinitiative Nordbrandenburg (WIN) wurde der Werbellinkanal bei Marienwerder ausgebaut, um eine schiffbare Verbindung zwischen Werbellinsee und Finowkanal ohne Nutzung der viel befahrenen Oder-Havel-Wasserstraße herzustellen. Vorhabenträger ist das Amt Barnim-Biesenthal. Aufgrund von Baumängeln konnte das Projekt nicht abgenommen werden. Zur Bewertung der Lage hatte das LFU als Obere Wasserbehörde das Gutachten in Auftrag gegeben.

Die für die Sperrung zuständigen Landesämter für Umwelt und für Verkehr (LBV) werden auf dieser Grundlage voraussichtlich bereits in der kommenden Woche eine befristete Sperrung des Werbellinkanals von Kilometer 0,00 bis Kilometer 3,028 für die Schifffahrt sowie eine Beschränkung des Gemeingebrauchs veranlassen. Begründet wird die Sperrung mit dem Saisonbeginn: Der Wellenschlag durchfahrender Boote erhöht die Gefährdung der Dämme.

Die obere Wasserbehörde hat in einem ersten Schritt in der vergangenen Woche eine Anordnung erlassen, nach der unter anderem die Dämme im kritischen Bereich täglich zu kontrollieren sind. Einmal in der Woche müssen die gefährdeten Abschnitte zusätzlich durch wasserbaulich geschulte Ingenieure begutachtet werden.

Neben den kurzfristig umzusetzenden Anordnungen zur Eindämmung der Gefährdungen ergeben sich aus dem Gutachten auch Aufträge zur Sanierung des Werbellinkanals entsprechend den Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses.

Das Land wird in der kommenden Woche zu einer Arbeitsgruppe aus Vertretern mehrerer Ministerien, des Kreises und des Amtes einladen, um einen Maßnahmeplan zur Behebung der Mängel und Möglichkeiten zur Unterstützung des Vorhabenträgers auf den Weg zu bringen.