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27.04.2016 Bildungsarbeit in der AG zur Unterbringung von Flüchtlingen

Mitglieder wollen Kreisverwaltung und staatliches Schulamt unterstützen

Die Arbeitsgruppe zur Unterbringung von Flüchtlingen will künftig verstärkt bei der Integration von Flüchtlingen helfen. Das beschlossen die ehrenamtlichen Mitglieder in ihrer jüngsten Sitzung, in der es vor allem um die Themen Bildung und Deutschunterricht ging. „Die Arbeitsgruppe wird den von der Kreisverwaltung vorgeschlagenen Weg unterstützen und begleiten“, so der AG-Vorsitzende Uwe Voß. „Für uns sind das wichtige Voraussetzungen um die ,Neubarnimer‘ in unsere Gesellschaft zu integrieren.“

Vor diesem Beschluss hatten Barnims Sozialdezernentin Silvia Ulonska, Schulrat Dr. Olaf Steinke und Michaele Göths von der Barnimer Bildungsinitiative ausführlich die Pläne des Landkreises erläutert.

So gibt es derzeit für Erwachsene zum Erlernen der deutschen Sprache unterschiedliche Wege im Barnim. Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive erhalten Deutschkurse im Rahmen von ehrenamtlicher Sprachförderung und Kursen der Kreisvolkshochschule (KVHS).

Flüchtlinge mit hoher Bleibeperspektive hingegen erhalten neben den Kursen der KVHS auch eine ehrenamtliche Begleitung beispielsweise in Form von Sprachpatenschaften. Zudem stehen für sie Plätze in Integrationssprachkursen über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter sollen für diese Gruppe darüber hinaus Wege in einen Beruf, in eine Ausbildung oder zum Studium erschlossen werden.

Für Flüchtlingskinder besteht, genauso wie für jedes deutsche Kind, eine Pflicht zum Besuch der Schule. Für die organisatorischen Hürden auf diesem Weg erhalten die Eltern dieser Kinder umfangreiche Unterstützung von Sozialarbeitern in den Einrichtungen, die eng mit dem Landkreis und dem staatlichem Schulamt zusammenarbeiten. Um den neuen Schülern der Sekundarstufe I den Einstieg in ihre Klassen zur erleichtern, möchte Schulrat Steinke neue Wege gehen. So sollen Vorbereitungsgruppen am OSZ II in Eberswalde eingerichtet werden, in denen die Schüler innerhalb eines Jahres entsprechend ihrer Reife, ihren Fähigkeiten und ihren Kenntnissen auf das deutsche Schulsystem vorbereitet werden. Nach diesem Jahr empfehlen die Lehrkräfte die weiteren Bildungsgänge für die Schüler. Sie werden entsprechend dieser Empfehlungen in Regelklassen integriert und haben so gute Chancen, einen Schulabschluss in Deutschland zu machen.

Die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe findet am 4. Juli statt. Auf der Tagesordnung steht dann das Thema Unbegleitete ausländische Kinder und Jugendliche.