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24.03.2016 Kreisverwaltung und Stadt Bernau informieren über neue Flüchtlingsunterkunft

Foto: Pressestelle Stadt Bernau

Heim soll in Bernau-Waldfrieden entstehen

Bereits zum dritten Mal haben die Barnimer Kreisverwaltung und die Stadt Bernau die Gelegenheit genutzt, um gemeinsam mit dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) die Anwohner des Bernauer Ortsteiles Waldfrieden zum Thema Flüchtlinge zu informieren. Anlass ist ein geplanter Ergänzungsbau auf dem Gelände der ehemaligen Waldarbeiterschule, der ab dem kommenden Jahr
200 Flüchtlingen eine vorübergehende Unterkunft bieten soll.

„Seit einigen Monaten leben bereits Flüchtlinge im Ortsteil Waldfrieden. Es hat in dieser Zeit keine Negativerlebnisse gegeben“, versucht Bernaus Bürgermeister André Stahl den rund 100 Anwohnern, die an diesem Abend gekommen sind, die Verunsicherung zu nehmen. Es habe zwar einige Blaulichteinsätze gegeben, diese seien aber auf eine defekte Brandmeldeanlage und ein falsches Verständnis des Rettungsdienstes zurückzuführen gewesen. „Seitdem wir den Flüchtlingen verständlich gemacht haben, in welchen Fällen der Notarzt gerufen werden muss, sind die Einsätze deutlich zurückgegangen“, so Stahl weiter.

Barnims Sozialdezernentin Silvia Ulonska fasste in ihren Vortrag die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingsproblematik zusammen. Die Planungen seien aufgrund der fehlenden Prognosen vom Bund und vom Land Brandenburg äußerst schwierig. Der Landkreis Barnim gehe deshalb zunächst einmal von ähnlichen Flüchtlingszahlen wie im vergangenen Jahr aus, erklärte sie. „Das bedeutet, dass wir unbedingt noch weitere Kapazitäten benötigen.“

In Waldfrieden sind bislang Flüchtlinge in einem ehemaligen Altenheim und in der ehemaligen Waldarbeiterschule untergebracht. Für Letztere gibt es jedoch nur eine Betriebserlaubnis bis zum Jahresende. „Aus diesem Grund brauchen wir den Neubau“, so die Sozialdezernentin weiter. Nach dem bisherigen Stand werde die ehemalige Waldarbeiterschule dann nicht weiter als Unterkunft genutzt. Allerdings, auch das machte Silvia Ulonska deutlich, könne sie keine Garantie dafür übernehmen, dass dies in den kommenden Jahren auch so bleibe. „Sollten die Flüchtlingszahlen noch einmal dramatisch steigen, müssen wir uns natürlich Gedanken machen“, führte sie weiter aus.

Burkhard Loebe, Heimleiter für das EJF in Waldfrieden erklärte den Anwohnern im Anschluss das konkrete Vorhaben. Er zeigte Grundrisse und erläuterte, wie er sich das Zusammenleben vorstelle. Auch verwies er auf ein Projekt mit der Handwerkskammer, mit dem Flüchtlinge schnell in Arbeit gebracht werden sollen. „Wir müssen diesen Menschen auch die Chance geben, sich zu integrieren“, sagte er.

Bei den Anwohnern stießen die Pläne auf ganz unterschiedliche Reaktionen. Während bei einigen nach wie vor Skepsis herrscht, begrüßen andere die Vorhaben und wollen diese aktiv begleiten. Auch wünschen sich viele mehr Informationen und äußerten den Wunsch, aktiver in die Entscheidungen eingebunden zu werden.