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Unfälle wegen Raserei nehmen zu

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Verkehrsunfallkommission Barnim hält an Kontrollen fest

Der Verkehrsunfallsbericht 2019 für den Landkreis Barnim hält einige Überraschungen parat. So geht aus dem Papier, dass auf der jüngsten Sitzung den Verkehrsunfallkommissionen des Landkreises Barnim und der Stadt Eberswalde durch die Polizeidirektion Ost präsentiert wurde, hervor, dass die Zahl der Unfälle augrund überhöhter Geschwindigkeit um ein Viertel zugenommen hat. (+25 %). Sechs Menschen kamen allein wegen dieser Geschwindigkeitsüberschreitungen ums Leben.

Auch die Zahl der Wildunfälle stieg um 17,6 Prozent. Genauso gab es bei Baumunfällen innerhalb geschlossener Ortschaften, Vorfahrtsunfällen und Unfällen mit beteiligten Fußgängern einen Zuwachs. Die polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle sind von 5.262 auf 5.268 im Landkreis Barnim (ohne Autobahn) nahezu konstant geblieben (- 0,1 %) und somit vergleichbar mit den vergangenden Jahren.

Gesunken sind indes Unfälle mit Personenschäden (711, - 1,0 %) Insgesamt 916 Personen wurden dabei verletzt (-5,5 %). Einen leichten Rückgang der Personenschadensunfälle in der gesamten Verkehrsunfalllage ist ein Anstieg bei Vorfahrtsunfällen, Baumunfällen und beteiligten Fußgängern zu verzeichnen.

„Die Entwicklung zeigt, dass stetig sinkende Unfallzahlen kein Selbstläufer sind, sondern kontinuierliche und große Anstrengungen notwendig sind", erklärt Marcel Kerlikofsky, Leiter der Verkehrsunfallkommission. „Wir werten diese Unfälle ortsbezogen aus und versuchen so herauszufinden, wo sich Unfälle häufen, worauf sie zurückzuführen sind und welche Maßnahmen als geeignet erscheinen, um Unfälle zu vermeiden."


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Neun Verkehrstote

Das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer im Landkreis Barnim forderte im Jahr 2019 insgesamt neun Todesopfer bei acht Verkehrsunfällen. Ursächlich hierfür waren bei sechs Opfern Geschwindigkeit bei denen es zum Fahrfehler kam. Vier kamen in der Folge von der Fahrbahn ab und prallten an einen Baum. Bei zwei der tödlich Verunglückten handelt es sich um nichtmotorisierten Verkehr, einen Fußgänger und einen Radfahrer als Alleinunfall in Folge eines Sturzes.

Die Verkehrsunfallkommission (VUK) Barnim hat zum Ziel diese Zahl der schweren Verkehrsunfälle zu reduzieren. Strategisch soll dafür durch geeignete Maßnahmen die Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr, die Verminderung der Unfallfolgen, der Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern sowie die Erhöhung der Normenakzeptanz im Mittelpunkt stehen.

„Das komplexe System Straßenverkehr ist in seiner weiterhin wachsenden Bedeutung und Komplexität nur mit Hilfe aller Beteiligten beherrschbar. Neben der Straße ist der Faktor Mensch von besonderer Bedeutung. Die Fahrzeugführenden können den wirksamsten Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten und zwar durch Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und eine angemessene Geschwindigkeit", so Kerlikofsky weiter. Eine hohe und für Verkehrsteilnehmer wahrnehmbare Präsenz der Verkehrsüberwachung sei eine gute Basis für eine erfolgreiche Unfallprävention.


Fair Play im Straßenverkehr (Prävention und Repression)

Die Verkehrsunfallkommission hat sich deshalb nun für eine Vielzahl an Verkehrskontrollen durch die Polizei ausgesprochen. An diesen wird sich auch der Landkreis Barnim beteiligen. Zudem sind Aktionstage zu den Schwerpunkten LKW und Krad geplant. Weiterhin wurden Kontrollen zur Bekämpfung der Ursachen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, Anlegung Gurt, Ablenkung und die Nutzung von mobilen Geräten (Handy) festgelegt.

Neben der Überwachung sind zudem Aufklärung und die Schärfung des Gefahrenbewusstseins ein elementarer Teil der Aktivitäten. Denn je höher die Akzeptanz der bestehenden Verkehrsregeln bei den Verkehrsteilnehmern ist, desto eher sollten sie bereit sein, sich freiwillig an diese Verkehrsregeln zu halten.

Im Oktober 2020 wird wieder zum Thema Sichtbarkeit aufgeklärt. Nach Möglichkeit sollen sich neben dem Landkreis und der Polizei auch die Kommunen und andere Interessierte beteiligen. Diese können sich gerne an die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Barnim wenden.

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