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Elch im Nationalpark Unteres Odertal

Foto: Tim Bornholdt Foto: Tim Bornholdt

... in den frühen Morgenstunden bei Criewen ein Elch gesi

9. August 2019 - Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Criewen – Heute wurde in den frühen Morgenstunden bei Criewen ein Elch gesichtet. Die Überraschung war für die Beobachter groß, da ein solches Erlebnis selbst im Nationalpark selten ist. Bei dem Tier handelt es sich um einen Elchbullen, der die L 284 (alte B 2) passierte, um Richtung Densenberge seinen Weg fortzusetzen.

Der Elchbulle mit einem bereits gut ausgebildeten Geweih wurde in den Morgenstunden zwischen Zützen und Criewen gesichtet. Auf seinem weiteren Weg in südwestlicher Richtung konnte ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung das imposante Tier fotografieren und filmen.

Elchbeobachtungen im unteren Odertal sind an sich nichts Ungewöhnliches. In den letzten Jahrzehnten sind diese imposanten Tiere auf ihrer Wanderschaft selten, aber regelmäßig im Gebiet aufgetaucht. Die Beobachtungen konzentrierten sich auf den Herbst, meist September, wenn junge Elchbullen in der Vor- und Hauptbrunft auf uralten Wegen von Ost nach West wanderten.

Elchnachweise sind aus den Jahren 2006 bis 2009 gut dokumentiert. In der Mehrzahl tauchten damals Anfang September junge Elchbullen im Nationalparkgebiet auf. Bisher fand keine Ansiedlung im unteren Odertal statt, die Tiere wanderten in der Regel weiter bzw. zurück in die polnischen Ausgangsreviere. Wesentlich seltener erfolgen Zuwanderungen von Elchkühen mit ihren Kälbern; zuletzt glückte 2002 eine solche Beobachtung im Nationalpark bei Criewen. Der Elch hat ganzjährige Schonzeit und kann ungestört seiner Wanderleidenschaft nachgehen.

Auch wenn Elche heute meist mit den skandinavischen Ländern in Verbindung gebracht werden, sind sie ursprünglich auch in Deutschland heimisch gewesen und hier im Mittelalter vom Menschen ausgerottet worden. Aktuell besiedelt der Elch das nördliche und östliche Europa, die nächsten ständigen Elchvorkommen befinden sich im westlichen Polen mit kleinen, sich fortpflanzenden Beständen in Flussauen und Sumpfgebieten. Es ist zu vermuten, dass die im Nationalpark gesichteten Tiere sich auch von dort gen Westen auf den Weg gemacht haben.

Ansiedlungsversuche des Elches in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts in der Schorfheide mit einem jagdlichen Hintergrund schlugen fehl. Auch in Wildparken findet man den Elch aufgrund seiner hohen Ansprüche an die Haltung nur selten. Mit der Entwicklung von Wildnisgebieten im unteren Odertal werden die Lebensbedingungen zunehmend „elchfreundlicher", so dass die größte europäische Hirschart vielleicht irgendwann einmal im Nationalpark Unteres Odertal zu Hause sein wird.

Fotos: Tim Bornholdt

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