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Kreiswerke beginnen erstes großes Bauprojekt

Foto: Thomas Bauer Foto: Thomas Bauer

Spatenstich für das neue „Gedächtnis“ des Landkreises

24. Februar 2021 - Kreiswerke Barnim

Am 23. Februar fand der offizielle Baustart des neuen Kreisarchivs des Landkreises Barnim statt. Unter Anwesenheit aller aktuell am Bau beteiligten Firmen und einiger Gäste wurde das erste große Bauprojekt der Kreiswerke Barnim durch den symbolischen Spatenstich bei frühlingshaftem Wetter begonnen. „Wir bauen für den Barnim, das Wetter lässt es nun wieder zu“, kommentiert Landrat Daniel Kurth mit einem Augenzwinkern die Umstände, die den Bauablauf durch die Winterwitterung der letzten Wochen verzögerte. „Wir freuen uns schon jetzt auf mehr Platz, besseres Klima für unsere historischen Dokumente und die zentralere Lage“, so Brigitta Heine, Leiterin des Barnimer Kreisarchivs über die Vorteile des zukünftigen Gebäudes. Ein wenig Geduld ist noch gefragt, die Fertigstellung des neuen Archivs ist für Juni 2022 geplant, der Umzug aller Dokumente in das neue Gebäude soll bis Ende 2022 erfolgen.

Nachhaltige und effiziente Immobilieninfrastruktur für den Barnim unter Beteiligung regionaler Firmen
Für die Kreiswerke Barnim GmbH ist es das erste Bauprojekt, das sie als Bauherr im Namen des Landkreises umsetzt. Der Kreistag hat im Dezember 2020 mit einem klaren Votum für die Erweiterung des Aufgabenspektrums der Kreiswerke gestimmt und damit die Entwicklung einer nachhaltigen Immobilieninfrastruktur für den Landkreis an die jüngste Kreistochter übertragen. „Wir werden hier am Standort unserer Aufgabe im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung des Landkreises auch im Bereich Bauen nachkommen und das Kreisarchiv unter Berücksichtigung hoher energetischer und funktionaler Ansprüche errichten“, beschreibt Christian Mehnert, Geschäftsführer der Kreiswerke die Philosophie des Baus, für welchen eine Investitionssumme von ca. 6 Millionen Euro geplant ist. Eine Investition in die Region, von der auch die ansässigen Firmen profitieren. Von den ersten sechs vergebenen Baulosen gingen fünf an regionale Handwerksbetriebe.

Vom Porsche-Autohaus zum liegenden Buch

Nach 20 Jahren Leerstand bekommt das verwaiste ehemalige Porsche-Autohaus in der Neuen Straße 3 im Eberswalder Stadtteil Nordend nun neues Leben eingehaucht. „Durch die Nutzung der bestehenden Bausubstanz, vermeiden wir zusätzliche Flächenversiegelungen, die ein Neubau an anderer Stelle verursacht hätte“, erläutert Jens Klare, M.A. Projektleitung, des Ahrensfelder Architekturbüros Formazin & Partner, einen Teil des Konzeptes.
Nach einer umfangreichen Entkernung, bei der das Gebäude auch von den asbesthaltigen Altlasten befreit wird, beginnen die Um- und Anbaumaßnahmen. Der alte Gebäudeteil wird energieeffizient saniert und durch den Anbau zweier neuer Gebäudekomplexe ergänzt. Die Archivfläche erweitert sich von derzeit 1.600 m², die im alten Kreisarchiv in der Carl-von-Linde-Straße im TGE zur Verfügung steht, auf insgesamt 2.360 m². Optisch soll das neue Kreisarchiv als „Gedächtnis des Landkreises“ an ein liegendes Buch erinnern.

Intelligent und recyclebar

Das Gebäude soll höchsten Ansprüchen an Effizienz und Nachhaltigkeit gerecht werden. So arbeiten die Fachplaner*innen in enger Abstimmung für ein intelligentes Heizungs-, Lüftungs- und Beleuchtungskonzept. Eine energieeffiziente kompakte Bauweise wird durch die Optimierung der Außenfläche und die Aufteilung der Innenräume in Temperaturzonen erreicht. Ziel ist es, das Gebäude mit den energetischen Ansprüchen eines KfW-Effizienzhaus-Standards 55**, aber auch funktional und erweiterbar zu konzipieren. Das neue Archiv bezieht auch eine Regenwassernutzung und Wasserrückhaltung ein und bietet mit einem Gründach Lebensraum für Kleinlebewesen. Auch eine Photovoltaikanlage für das Dach ist geplant. Alle Baustoffe und Materialien sind recycelbar.

Transparenz und Bürgernähe

„Das Kreisarchiv soll für alle Barnimer*innen ein Ort der Begegnung sein, wo sie sich mit heimatkundlichen Dokumenten, aber auch mit Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung auseinandersetzen können“, ergänzt Landrat Kurth. Der gewählt Standort ist dafür ideal: In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Bushaltestelle, die zukünftig Schulklassen oder interessierte Bürger*innen eine unkomplizierte Anbindung zum das „Barnimer Gedächtnis“ ermöglicht. Zugänglich und transparent soll nicht nur das Kreisarchiv selbst, sondern auch der gesamte Bauprozess gestaltet werden. Außerhalb der Baustelle haben die Kreiswerke eine Infobox installiert, in der sich interessierte Bürger*innen an festen Tagen über das Bauvorhaben informieren können. Zusätzlich wird eine Baufortschrittskamera das Werden des Kreisarchivs online dokumentieren.

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