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Neue Technik für den Katastrophenschutz

Foto: Landkreis Barnim/Bachmann

Landkreis Barnim übergibt Einsatzmittel an Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Wert von 2,5 Millionen Euro

30. April 2022

Mensch und Material sind das A und O im Katastrophenschutz. Damit die überwiegend ehrenamtlichen Kräfte ihre wichtige Arbeit unter optimalen technischen Voraussetzungen leisten können, beschafft der Landkreis Barnim regelmäßig neue Einsatzmittel auf dem aktuellen Stand der Technik. Im Beisein von Kreistagsabgeordneten übergaben Landrat Daniel Kurth und Kreisbrandmeister Silvio Salvat-Berg am Samstag, den 30. April 2022, auf dem Gelände des Zentrums für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Barnim (ZfBK) in Eberswalde Einsatztechnik im Wert von 2,5 Millionen Euro an Vertreter der Feuerwehren und Hilfsorganisationen.

Von Flutkatastrophen wie zuletzt im Ahrtal über die Corona-Pandemie bis hin zum Krieg in der Ukraine sind die Einsatzkräfte der Feuerwehren und der Hilfsorganisationen dieser Tage mehr denn je gefordert. „Wir haben dabei feststellen müssen, dass der Vorbereitungsgrad in unserem Land mitunter beunruhigende Defizite aufweist“, betonte Landrat Daniel Kurth in seinem Grußwort. Ein Umdenken habe stattgefunden. Die Bedeutung von Bevorratung und der Schaffung von Redundanzen sei wieder in den Fokus gerückt. „Auch der Bund investiert wieder verstärkt in den Zivilschutz. Das ist ein wichtiges Zeichen in die richtige Richtung.“

Würdigung von Mensch und Material

Im Rahmen der Veranstaltung wurden insgesamt zwölf Einsatzmittel zur Verwendung an ihre künftigen Betreiber (Feuerwehren Bernau, Wandlitz, Werneuchen, DLRG, JUH) übergeben. Die Beschaffungen betreffen teilweise Katastrophenschutzeinheiten, die komplett neu aufgestellt oder neu ausgestattet werden. Dazu gehört u.a. die Schnelleinsatzgruppe-Wassergefahren (SEG-W), die künftig in Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Barnim und Uckermark betrieben werden soll. Hierfür wurde bereits 2018 ein Mehrzweckboot (MZB) beschafft und in Betrieb genommen, welches nun zusammen mit dem dazugehörigen Gerätewagen-Wassergefahren (GW-WG) an die Feuerwehr Bernau (Ortswehr Ladeburg) offiziell übergeben wurde.

Weiterhin wurde die Schnelleinsatzgruppe-Verpflegung komplett mit neuer Technik ausgestattet, die von der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) betrieben wird. Dazu gehören ein Gerätewagen-Verpflegung, ein Feldkochherd sowie ein Mannschaftstransportwagen-Verpflegung.

Mit zwei Geräteanhängern-Ölsperre sind auch zwei Fahrzeuge dabei, die der Landkreis Barnim außerhalb der Katastrophenschutz-Verordnung alleine finanziert hat, die aber auf Grund der zahlreichen Gewässer im Landkreis dringend benötigt werden. Diese ersetzen zukünftig einen in die Jahre gekommenen Ölsperrenanhänger und werden von der Feuerwehr Bernau, Ortswehr Ladeburg betrieben.

Im Rahmen der Übergabe wurde ebenfalls ein neu beschafftes Wechselladerfahrzeug mit einem Hochleistungswasserfördersystem (HFS) vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine Spezialeinheit der Feuerwehren, die der Landkreis Barnim für den gesamten Regionalleitstellenbereich (Barnim, Oberhavel, Uckermark) betreiben wird. Zum Einsatz soll diese Einheit landesweit bei großen Waldbränden oder Überflutungen kommen. Derzeit laufen dazu die abschließenden Abstimmungen mit den beteiligten Landkreisen und Feuerwehren.

„Gute Technik ist wichtig, die Menschen, die sie besetzen sind jedoch der Goldstaub“, betonte der Landrat und leitete damit zur Würdigung zweier Einsatzkräfte über. Im Rahmen des Festaktes erhielten Christian König, seit 1. Januar 2021 Einheitsführer im Katastrophenschutz der Schnelleinsatzeinheit-Sanität, und Robert Beutler, seit 1. Januar 2022 stellvertretender Einheitsführer im Katastrophenschutz der Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung, ihre offiziellen Berufungsurkunden.

Richtige Richtung

Der Barnim sei in puncto Zivil- und Katastrophenschutz auf einem guten Weg, betonte der Landrat. So sei der Landkreis u.a. zu Beginn der Corona-Pandemie einer von wenigen gewesen, die überhaupt über ein adäquates Maß an persönlicher Schutzausstattung verfügt habe. Als weiteres Beispiel führte er an, dass der Landkreis mit der Unterstützung des Kreistages noch weit vor den Ereignissen im Ahrtal damit begonnen habe, seine Sireneninfrastruktur zu ertüchtigen.

„Es ist unser Auftrag, die Sicherheit der Bevölkerung hoch zu halten“, betonte er. „Mein Dank gilt dem Land und den Kreistagsabgeordneten des Landkreises Barnim, die uns mit Fördermitteln und klugen Entscheidungen bei der Beschaffung der notwendigen Technik unterstützen. Insbesondere möchte ich mich aber bei den Feuerwehren und Organisationen sowie den Mitarbeitenden des Bereichs Katastrophenschutz des Landkreises bedanken, die diese Aufgabe tatkräftig umsetzen.“

Auch Kreisbrandmeister Silvio Salvat-Berg bedankte sich in seiner Ansprache bei den Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung und verwies zugleich auf die zunehmenden Herausforderungen für den Katastrophenschutz: „Ich freue mich sehr, dass wir heute mehre neue Fahrzeuge und Einsatzmittel an die Helferinnen und Helfer, Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren und Hilfsorganisationen übergeben können. Insbesondere, da dies auch eine Würdigung des Ehrenamtes darstellt. Vieles konnte Dank der Unterstützung des Kreistages sowie durch Förderung des Landes auf den Weg gebracht werden. Wir sind damit allerdings noch lange nicht am Ende. Die gesetzlichen Anforderungen, die an uns gestellt werden, steigen kontinuierlich. Wir müssen mit dem vorhandenen Personal immer mehr Leistung erbringen. Dafür braucht es eine gute Ausstattung, vor allem aber gut ausgebildete Kräfte. Das Zentrum für Brand- und Katastrophenschutz, welches hier entsteht, ist ein Dankeschön an das Ehrenamt, an die Arbeit, die Sie hier leisten, und schafft optimale Bedingungen für die Ausbildung und Wertschätzung des Ehrenamtes hier im Landkreis Barnim.“

Mit dem ZfBK in Eberswalde errichtet der Landkreis Barnim derzeit ein modernes Ausbildungs- und Schulungszentrum für den Zivil- und Katastrophenschutz. Die Einrichtung soll künftig als Dreh- und Angelpunkt für die Ausbildung von Einsatzkräften im Barnim dienen. Hierfür werden sowohl in den Räumlichkeiten des Gebäudekomplexes als auch auf den Außenanlagen umfassende Möglichkeiten für die Vermittlung theoretischer und praktischer Ausbildungsinhalte geschaffen. Erst kürzlich besuchte Innenstaatssekretär Uwe Schüler die Einrichtung, um dem Landkreis einen Fördermittelbescheid über 83.000 Euro zur Errichtung einer Atemschutzübungsstrecke zu überreichen. Darüber hinaus beherbergt das ZfBK u. a. ein Feuerwehrtechnisches Zentrum zur Inspektion und Instandsetzung von Einsatzgerät sowie Lager- und Stellflächen für Schutzausstattung und Fahrzeuge.

„Wir werden alle gemeinsam in den Bereichen Zivil- und Katastrophenschutz in den nächsten Jahren viel zu tun haben“, betonte Landrat Kurth abschließend. „Das ZfBK ist ein Bekenntnis des Kreistages Barnim zur Bedeutung dieser Aufgabe und ein wichtiges Zeichen, dass wir uns dabei auf dem richtigen Weg befinden.“

Robert Bachmann
Pressesprecher

Foto: Landkreis Barnim/Bachmann
Foto: Landkreis Barnim/Bachmann Betonten den Wert von Mensch und Material im Katastrophenschutz (v.l.): Daniel Kurth, Landrat des Landkreises Barnim und Silvio Salvat-Berg, Kreisbrandemeister. Foto: Landkreis Barnim/Bachmann
Foto: Landkreis Barnim/Bachmann Im Rahmen des Festaktes erhielten Christian König (Foto), seit 1. Januar 2021 Einheitsführer im Katastrophenschutz der Schnelleinsatzeinheit-Sanität, und Robert Beutler, seit 1. Januar 2022 stellvertretender Einheitsführer im Katastrophenschutz der Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung, ihre offiziellen Berufungsurkunden. Foto: Landkreis Barnim/Bachmann
Foto: Landkreis Barnim/Bachmann Im Rahmen des Festaktes erhielten Christian König, seit 1. Januar 2021 Einheitsführer im Katastrophenschutz der Schnelleinsatzeinheit-Sanität, und Robert Beutler (Foto), seit 1. Januar 2022 stellvertretender Einheitsführer im Katastrophenschutz der Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung, ihre offiziellen Berufungsurkunden. Foto: Landkreis Barnim/Bachmann
Foto: Landkreis Barnim/Beutler

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