Schiffshebewerk Niederfinow

Foto: Landkreis Barnim/Bachmann Foto: Landkreis Barnim/Bachmann

Jahrhundertbauwerk für den Schiffsverkehr freigegeben

4. Oktober 2022 - Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, und Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt haben am Deinstag, den 4. Oktober 2022, gemeinsam mit zahlreichen Gästen das neue Schiffshebewerk Niederfinow für den Schiffsverkehr freigeben.

Bundesminister für Digitales und Verkehr Dr. Volker Wissing: „Das neue Schiffshebewerk in Niederfinow ist modern, digital und trägt dazu bei, den klimafreundlichen Verkehrsträger Wasserstraße weiter zu fördern. Mit unserer Förderung der E-Mobilität auf dem Wasser wird so die Umweltverträglichkeit des Transportes mit Schiffen weiter gesteigert. Ich gehe davon aus, dass wir hier in Niederfinow in Zukunft viele Schiffe sehen werden, die klimaschonend Güter transportieren.“

Mit dem neuen Hebewerk wird sowohl die Verbindung zwischen Berlin und Stettin gestärkt als auch die Havel-Oder-Wasserstraße und das Bundesland Brandenburg.

Minister Guido Beermann: „Das ist ein guter Tag für Brandenburg. Das Schiffshebewerk Niederfinow ist seit 1934 in Betrieb und damit das älteste Deutschlands. Es hat nicht nur eine große verkehrliche und wirtschaftliche Bedeutung, sondern spiegelt als geschütztes Industriedenkmal und touristische Attraktion das reiche kulturelle Erbe unseres Landes wider. Mit dem neuen, modernen Schiffshebewerk Niederfinow können nun deutlich größere Schiffe eingesetzt werden. Das stärkt insbesondere die Wirtschaft in der Region. Gleichzeitig leistet das neue Schiffshebewerk einen wichtigen Beitrag für den umweltfreundlichen Gütertransport auf dem Wasser und entlastet die Straßen, denn ein Binnenschiff kann bis zu 200 LKW ersetzen. Mein Dank gilt allen an Planung und Bau Beteiligten.“

Die Havel-Oder-Wasserstraße ist Teil des transeuropäischen Wasserstraßennetzes der Europäischen Union. Sie spielt insbesondere für Schwertransporte zwischen West- und Osteuropa eine wichtige Rolle.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte: „Das neue Schiffshebewerk Niederfinow ist ein Jahrhundertbauwerk und eine herausragende technologische Leistung. Es waren höchst anspruchsvolle Planungs- und Bauleistungen, die zur Fertigstellung dieses Unikats geführt haben. Mit dem neuen Schiffshebewerk wurde ein Engpass auf der einzigen Ost-West-Wasserstraßenverbindung von Stettin über Berlin bis an den Rhein und weiter nach Rotterdam beseitigt.“

Das neue Schiffshebewerk Niederfinow ist 54,55 Meter hoch und 46,40 Meter breit und 133,00 Meter lang. Mit Hilfe des Senkrechthebewerks überwinden moderne Binnenschiffe einen Höhenunterschied von 36 Metern. Insgesamt wurden ca. 65.000 Kubikmeter Beton und Stahlbeton und 8.900 Tonnen Stahl verbaut, hinzu kommen ca. 40.000 Quadratmeter Spundwandstahl. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Bauarbeiten ca. 400.000 Kubikmeter Erde bewegt.

Ab sofort können sowohl zweilagige Containerschiffe, moderne Großmotorschiffe und Schubverbände als auch verlängerte Europaschiffe mit einer Länge von bis zu 110 Metern das neue Schiffshebewerk nutzen. Dies gilt ebenso für Fahrgastkabinenschiffe in dieser Größenordnung.

Im Rahmen des Probebetriebs vom Herbst 2021 bis zum Sommer dieses Jahres wurden mehrere hundert Trogfahrten durchgeführt sowie Betriebs- und Störfälle simuliert. Darüber hinaus erhielt das Bedien- und Wartungspersonal des WSA Oder-Havel eine umfassende Einweisung.

Das seit 1934 bestehende kleinere Schiffshebewerk Niederfinow wurde 2007 von der Bundesingenieurkammer als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbau-kunst in Deutschland ausgezeichnet. Das Bauwerk war für Schiffe mit einer Länge von 82 Metern befahrbar. Das historische Hebewerk wird mit der Freigabe des neuen Schiffshebewerks währen dessen Gewährleistungsphase noch einige Jahre in Betrieb bleiben. Es bleibt danach als Technikdenkmal und touristisches Wahrzeichen erhalten.

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Foto: Torsten Stapel Foto: Torsten Stapel

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