Title

Landesamt informiert zu Kreuzkräutern

Foto: pixabay.com Foto: pixabay.com

Gelbe Blüten des Frühlingskreuzkrautes leuchten an Straßen- und Wegrändern

2. Juni 2021 - Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg

Potsdam – Seit einigen Wochen leuchten die gelben Blüten des Frühlingskreuzkrautes an Straßen- und Wegrändern im ganzen Land. Immer häufiger wird ein Einwandern dieser giftigen Pflanze in landwirtschaftliche Flächen beobachtet. Besonders auf extensiv genutzten Wiesen und Weiden, Brachflächen oder in lückigen Futterbeständen, beispielsweise auf Luzerneschlägen, ist das Frühlingskreuzkraut in diesem Frühjahr anzutreffen.
Neben dem stark giftigen Jakobskreuzkraut ist auch das Frühlingskreuzkraut für Pferde, aber auch für Rinder und Schafe problematisch, da die Pflanzen auch im konservierten Zustand (als Heu oder Silage) ihre Giftigkeit nicht verlieren, die Tiere diese aber dort nicht herausselektieren können. Auf der Weide werden Kreuzkräuter zumindest von erfahrenen Tieren gemieden. Die toxische Wirkung von Kreuzkräutern basiert auf ihrem Gehalt an Alkaloiden, die – verstoffwechselt – Leberfunktionsstörungen verursachen. Dabei kann es zu akuten, bei wiederholter Aufnahme kleinerer Mengen, auch zu chronischen Vergiftungen kommen.
Die vergangenen trockenen Jahre trugen vermutlich auch dazu bei, dass die Kulturpflanzen in ihrer Entwicklung beeinträchtigt waren und keine geschlossene Pflanzendecke bilden konnten. Aber auch durch Fehler in der Bestandsführung, falsche Mahdzeitpunkte, Überweidung und Trittschäden werden günstige Bedingungen für die Ansiedlung der durch ihre flugfähigen Samen sich leicht verbreitenden Giftpflanzen geschaffen.
Um einer weiteren Verbreitung der Kreuzkrautarten auf landwirtschaftlich genutzten sowie deren angrenzenden Flächen entgegenzuwirken, rät das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung, ein Aussamen der Pflanzen weitestgehend zu verhindern. Das Frühlingskreuzkraut befindet sich momentan größtenteils bereits am Ende seiner Blühzeit. Bei einer Mahd ist das sofortige Verbringen des Mähgutes von der Fläche erforderlich, da die schnelle Notreife der abgeschnittenen Pflanzen zu einem weiteren Sameneintrag in die Fläche führt.
Das später blühende Jakobskreuzkraut wird den Blütenstängel in den kommenden Wochen schieben. Seine Hauptverbreitung liegt im Nordwesten Brandenburgs. Auch das Jakobskreuzkraut ist auf extensiv bewirtschafteten, lückenhaften Wiesen und Weiden, Stilllegungsflächen und Brachen zu finden. Auf landwirtschaftlichen Flächen ist das wichtigste Kriterium zur Verhinderung einer Einwanderung von Kreuzkräutern die Erhaltung einer geschlossenen Grasnarbe der Grünlandflächen, die unter anderem durch einen angepassten Tierbesatz, eine ausgewogene Düngung und regelmäßige Pflegemaßnahmen gefördert werden kann.

Nicht zu vergessen ist die Bedeutung der Kreuzkräuter für die Biodiversität. Das Jakobskreuzkraut als einheimische Art ist für eine große Anzahl an Insekten ein Futter- und Pollenspender.

Weitere Informationen, speziell zum Jakobskreuzkraut

https://lelf.brandenburg.de/lelf/de/landwirtschaft/pflanzenschutzdienst/pflanzenschutz-im-ackerbau-und-gruenland/giftiges-jakobskreuzkraut/

Feedbackformular

Page 1