Großbrand auf historischem Bogensee-Areal in Wandlitz
, Gemeinde Wandlitz
Bürgermeister Oliver Borchert zu aktueller Lage und nächsten Schritten
In der Nacht zum 22. Januar 2026 ist es auf dem Bogensee-Areal in Wandlitz-Lanke, nördlich von Berlin, zu einem Großbrand gekommen, bei dem das Lektionsgebäude der ehemaligen FDJ-Hochschule schwer beschädigt wurde. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden. Rund 80 Einsatzkräfte aus den Wandlitzer Ortswehren rückten gegen 21 Uhr mit Unterstützung von Feuerwehren aus den benachbarten Kommunen zum Areal aus, um umgehend mit den Löscharbeiten zu beginnen, die auch in den Morgenstunden weiter andauerten.
Die Gemeinde Wandlitz steht in engem Austausch mit den Einsatz- und Sicherheitsbehörden sowie dem Eigentümer des Areals, dem Land Berlin. Nach erster Einschätzung fielen der große Saal, die Bühne sowie die ehemaligen Sprecherkabinen den Flammen zum Opfer. Die Seitenflügel des Gebäudes sind nicht unmittelbar vom Feuer erfasst worden. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren zur Schadensursache eingeleitet. Unabhängig von den laufenden Ermittlungen zur Brandursache richtet sich der Blick der Gemeinde nun nach vorn: auf die Auswirkungen für das Bogensee-Areal und den weiteren Umgang mit diesem geschichtsträchtigen Ort.
Bürgermeister Oliver Borchert erklärt dazu: "Der Brand ist ein tiefer Einschnitt - für unsere Gemeinde und für alle, die sich seit rund zwei Jahren so intensiv für ein tragfähiges Zukunftsmodell dieses Ortes einsetzen. Das Areal steht sinnbildlich für ein schwieriges Kapitel deutscher Geschichte, aber auch für die Chance, Erinnerung, Bildung und gesellschaftliche Auseinandersetzung miteinander zu verbinden. Diese Chance ist durch das heutige Ereignis nicht beendet."
Die Gemeinde Wandlitz hatte erst vor wenigen Monaten eine Nutzungsüberlassung für das gesamte Areal erhalten, um im Rahmen einer Perspektivstudie bis Ende 2027 ein wirtschaftlich tragfähiges Nutzungskonzept zu entwickeln, das gleichzeitig auch der Historie des Ortes gerecht werden soll. Außerdem ist geplant, das Gelände und die Gebäude schrittweise für die Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Führungen, Besichtigungen und erste Veranstaltungen sind bereits angedacht und sollen dazu beitragen, das Bogensee-Areal aus dem Zustand des jahrzehntelangen Stillstands zu lösen und eine neue, öffentliche Wahrnehmung zu ermöglichen. "Wir müssen nun gemeinsam mit allen Beteiligten, besonders mit dem Land Berlin, neu bewerten, wie sich die bereits angestoßenen Planungen anpassen lassen", so Borchert weiter. "Die laufende Perspektivstudie bleibt aus unserer Sicht von zentraler Bedeutung. Sie wird - mehr denn je - eine fachliche Grundlage dafür liefern, wie mit dem Bestand, den Freiflächen und der Geschichte des Ortes verantwortungsvoll umzugehen ist."
Der Bürgermeister betont, dass der Brand nichts an der grundsätzlichen Haltung ändert, das Bogensee-Areal nicht sich selbst zu überlassen. Ziel bleibe es, einen transparenten, denkmalgerechten und gesellschaftlich tragfähigen Umgang mit dem Gelände und den historischen Gebäuden zu finden - in enger Abstimmung mit dem Land Berlin, dem Landkreis Barnim, den Denkmalschutzbehörden und der Öffentlichkeit.
"Für uns bedeutet dieses tragische Ereignis nicht das Ende, sondern einen Wendepunkt", so der Bürgermeister. "Jetzt geht es darum, mit kühlem Kopf zu entscheiden, wie wir weiter vorgehen. Diese Verantwortung nehmen wir als Gemeinde sehr ernst. Sobald gesicherte Erkenntnisse zum Schadensumfang und der Brandursache vorliegen, wird die Gemeinde Wandlitz die Öffentlichkeit informieren."
Abschließend richtet der Rathauschef seinen ausdrücklichen Dank an die Einsatzkräfte: “Mein besonderer Dank gilt den Feuerwehrfrauen und -männern, den Rettungsdiensten und der Polizei sowie den unterstützenden Wehren der Nachbarkommunen. Sie haben unter schwierigen Bedingungen und mit großem persönlichen Einsatz einen hervorragenden Job gemacht. Dass zumindest Teile des Gebäudes gesichert werden konnten, ist ihrem schnellen, professionellen und engagierten Handeln zu verdanken. Dieser Einsatz verdient höchste Anerkennung.”