Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
, Stadt Eberswalde
Verschiedene Aktionen im Barnim machen auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam
In Eberswalde fanden sich auf Initiative des "FrauenNetzwerks Barnim" am Dienstag, dem 25. November 2025, zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinsleben und Hochschule auf dem Campus der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) zusammen, um mit einer symbolischen Fahnenhissung und der Aufstellung einer pinken Bank ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung und Respekt zu setzen.
Die Geste der Hissung des Banners mit der Aufschrift "Wir sagen NEIN" fand ab 11 Uhr an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde an der Friedrich-Ebert-Straße, vor Haus 1, statt. Die Anwesenden appellierten daran, Gewalt gegen Frauen nicht zu verharmlosen und zu bagatellisieren. "Es ist wichtig, dass wir gesamtgesellschaftlich an diesem Missstand arbeiten", unterstrich die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Barnim, Dr. Sylvia Setzkorn. Im Beisein von Hochschulpräsident Prof. Dr. Mattias Barth, den Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule und der Stadt Eberswalde, der Koordinatorin des "FrauenNetzwerk Barnim" Dunja Schwarz-Fink sowie Landrat Daniel Kurth und Bürgermeister Götz Herrmann fand die Aktion breite Resonanz.
In Deutschland ist geschlechtsspezifische Gewalt alltäglich - insbesondere in Partnerschaften und der Familie, aber auch am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum. Allein im Jahr 2024 gab es aufgrund von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen 308 Todesfälle. So zeigt es das kürzlich veröffentlichte Bundeslagebild "Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2024". Anlässlich dieser Situation machen die Vereinten Nationen jährlich am 25. November mit dem "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" auf die Missstände aufmerksam.
Die Einweihung der pinkfarbenen Bank gegen Gewalt erfolgte ebenfalls auf dem Hochschulcampus der HNEE. Diese soll künftig an unterschiedlichen Orten im Stadtgebiet aufgestellt werden und auf die alltägliche Gewalterfahrung von Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Gebaut wurde die Bank von Beschäftigten der Lebenshilfe Barnim und erinnert in ihrer Gestaltung an ein Projekt aus Italien - "La Panchina Rossa". Das Projekt wurde 2016 ins Leben gerufen, um Menschen für das Thema geschlechtsspezifische Gewalt zu sensibilisieren.
Das "FrauenNetzwerk Barnim" eröffnete den Tag bereits am Morgen mit der Aktion "Wäscheleine". Dazu machte das Netzwerk am Kirchhang auf kreative Weise Zahlen und Fakten zur Gewalt an Frauen sichtbar. Während des gesamten Aktionszeitraums wird im Rathaus der Stadt Eberswalde bis zum 10. Dezember 2025 zudem die Ausstellung "Gemeinsam gegen Sexismus" zu sehen sein.
"Die Plakatausstellung bietet viele Informationen zu den vielen Facetten von Sexismus, seinen Auswirkungen sowie Möglichkeiten des Entgegenstellens. Dabei sind die insgesamt 12 Plakate sehr ansprechend mit vielen Bildern und Grafiken aufbereitet. Alle sind herzlich angesprochen, im Rathaus vorbeizukommen und sich die Ausstellung anzuschauen", lädt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eberswalde, Katrin Forster-König, zum Besuch ein. Das Anliegen der Ausstellung ist es, für das Thema Sexismus und sexuelle Belästigung zu sensibilisieren, zu informieren sowie es zu enttabuisieren. Der Zugang ist während der Öffnungszeiten des Rathauses möglich.
Auch an anderen Stellen im Landkreis wurde rund um den Aktionstag auf das Thema aufmerksam gemacht. So fand in Bernau bei Berlin u.a. ein themenspezifischer Filmabend sowie eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Gewalt gegen Frauen statt. Darüber hinaus werden in Bernau verschiedene Informations- und Beratungsangebote unterbreitet.
Im Falle von Gewalterfahrungen bietet das bundesweite kostenfreie Hilfetelefon 0800-116016 Frauen und Mädchen rund um die Uhr Informationen und Hilfe an - anonym und in 18 Sprachen. Mehr Informationen sind unter www.hilfetelefon.de zu finden.