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Mädchen aus Eberswalde konnte Krankenhaus bereits verlassen

Barnimer Jugendamt versuchte seit Mitte 2017 zu helfen

Das durch das Barnimer Jugendamt in Obhut genommene Kind aus Eberswalde hat das Krankenhaus bereits verlassen können. Das bestätigt Barnims Landrat Daniel Kurth heute Nachmittag. Das Schicksal des Mädchens mache ihn als Landrat und Familienvater sehr betroffen, sagte er. Auch deshalb sei es gut, dass es sich nun in sicherer Obhut befinde. „Es bekommt jetzt die Hilfe und Sicherheit, die es benötigt", so Kurth weiter, für den es unfassbar sei, dass die überforderten Eltern keines der Hilfsangebote aus dem Jugendamt angenommen haben.

Bereits seit Mitte 2017 hatte das Barnimer Jugendamt versucht, Hilfe für die Familie zu organisieren. Alle Versuche blieben jedoch erfolglos, auch auf Hausbesuche reagierte niemand. Erst durch eine beim Amtsgericht Eberswalde erwirkte Familienhilfe gelang es ab November 2019, Einblick in die Familienstruktur zu erhalten. „Unsere zuständige Mitarbeiterin aus dem Kinderschutz hat dann entsprechend reagiert und eine Gefahrenmeldung abgegeben, aus der hervorging, dass das Mädchen Anzeichen von Unterernährung sowie Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten aufwies", ergänzt Barnims Sozialdezernentin Yvonne Dankert. Eines der Mädchen sei dann im Krankenhaus einem Arzt vorgestellt worden. Die beiden Geschwister hätte das Jugendamt zeitgleich ebenfalls in sichere Obhut gegeben.

Landrat und Sozialdezernentin betonten noch einmal, dass die Inobutnahme das letzte Mittel der Jugendhilfe ist. Vorher gelte es, der Familie Hilfen anzubieten. „Wir haben in diesem Fall gesehen, dass dieses milde Mittel nicht ausgereicht hat. Das müssen wir selbstkritisch hinterfragen", so Kurth weiter, der auch betonte, dass dies immer eine Einzelfallentscheidung und somit eine Gratwanderung sei. Nun gelte es, alles dafür zu tun, dass die Zuneigung, die den Kindern versagt blieb, zuteil wird. „Wie eine Perspektive für die Kinder aussehen kann, muss jedoch das Gericht entscheiden", sagt er.

Vier der insgesamt 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes befassen sich speziell mit dem Thema Kinderschutz. Rund 800 Hinweise gehen pro Jahr bei diesen ein. In etwa 15 Prozent der Fälle nimmt das Jugendamt die Kinder in Obhut.

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