Ladestraße offiziell für den Verkehr freigegeben

Foto: Stadt Bernau/Cornelia Schach

Fertigstellung nach nur 18 Monaten Bauzeit

20. August 2021 - Bernau bei Berlin

Nach 18 Monaten Bauzeit ist die Ladestraße in Bernau fertig gestellt. Kürzlich konnte die Stadt Bernau die wichtige Verbindung offiziell für den Verkehr freigeben. Nach dem obligatorischen Banddurchschneiden war die Freiwillige Feuerwehr die erste, die den neuen Fahrweg testete.

Die asphaltierte Straße verbindet die Börnicker Chaussee vom Kreisverkehr an mit der Weißenseer Straße (L 200) und wird helfen, den Durchgangsverkehr in der Innenstadt zu verflüssigen. Bürgermeister André Stahl freut sich ganz besonders über die Freigabe: „Heute ist ein guter Tag für Bernau! Der Durchgangsverkehr ist seit fast dreißig Jahren ein Thema in der Stadt. Die Öffnung der Ladestraße ist ein wichtiger Schritt für die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und Beleg dafür, dass in Bernau nicht nur in neue Wohnungen, sondern auch in die Infrastruktur investiert wird.“

Fertigstellung nach nur 18 Monaten Bauzeit

Jahrelange Überlegungen zu einer Umgehungsstraße ließen sich nicht realisieren und allmählich gelangte man zu der Einsicht, dass es besser ist, eine Straße entlang der Bahntrasse zu bauen. Vor diesem Hintergrund und den folgenden Entscheidungen und Planungen nehmen sich die 18 Monate Bauzeit vergleichsweise kurz aus. „Unser Dank richtet sich an alle Beteiligten, an die Stadtverordneten, die Planungs- und Baufirmen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und natürlich auch an die Fördermittelgeber“, so das Stadtoberhaupt.
Die rund 1,1 Kilometer lange Ladestraße wurde in den letzten Monaten trotz Corona-Pandemie und weiterer Schwierigkeiten neu gebaut: So musste beispielsweise die Firma Matthäi ihre Bauleistungen bereits zu Beginn in Abstimmung mit dem Kampfmittelräumdienst erbringen. Der Bahndamm stellte eine besondere Herausforderung dar. Die Planer, die Berliner Büros Klepel & Partner und BAC-Aquaconstrukt sorgten unter anderem mit Stützwänden für die Stabilisierung des Fahrbahndamms.

Die auf dem Damm verlaufende Fahrbahn wurde mit Leitplanken versehen, um Fahrzeuge bei einem Unfall vor dem Absturz zu bewahren. Das Prüflabor WILAB sorgte mit seiner baubegleitenden Arbeit für die nötige durchgehende Kontrolle der Maßnahmen. Die Stadt bedankt sich ganz besonders bei den bereits erwähnten Firmen sowie bei der Bauleitung, der Bauregie Bernau GmbH und der Planungsgesellschaft Dr. Kalanke mbH.

99 P & R-Parkplätze

Neben dem Bau des Straßenkörpers wurden 99 Park- & Ride-Parkplätze, davon zwei für mobilitätseingeschränkte Personen, parallel zur Ladestraße geschaffen sowie Rohrleitungen zur Regenentwässerung verlegt. Die Straße und die Parkplätze erhielten auf der gesamten Fahrstrecke eine Beleuchtung. Die Fa. Elektroanlagen Zepernick GmbH hat insgesamt 50 Leuchten aufgestellt. Parallel wurden Leitungen für die Elektroversorgung im Auftrag der Stadtwerke Bernau und Leitungen für Telekommunikation im Auftrag von DNS-NET und PYUR verlegt.


Die Ladestraße bindet als vierter Arm an den Kreisverkehr der Börnicker Chaussee an. An drei Armen wurden die Furten für Fußgänger und Radfahrer erweitert. Die Radfahrer können entlang des Kreisverkehrs parallel zum Auto-Verkehr fahren. Für die Fußgänger wurden die Furten als Fußgängerüberwege markiert. Der Ausbau der Querung am vierten Arm wird mit dem Brückenbau an der Börnicker Chaussee erfolgen.

Auch an Geh- und Radwege gedacht

Einen weiteren Fußgängerüberweg über die Ladestraße gibt es im Bereich des westlichen Ausgangs der Bahnhofspassage. Hier entstanden auch zwei Bushaltestellen, die die Barnimer Busgesellschaft jedoch erst mit dem nächsten Fahrplanwechsel anfahren wird.

Kombinierte Geh- und Radwege wurden im Bereich zwischen Kreisverkehr und der Bahnbrücke am Bahnhofsplatz durch die Firma AS+BE GmbH angebaut. Ein weiterer Gehweg führt auf der Rampe der Ladestraße von der Bahnbrücke zum Parkplatz. Ab der Bahnbrücke am Bahnhofsplatz wurde keine separate Option für Radfahrer geplant. Ab hier können die Radfahrer in Richtung Weißenseer Straße und Schwanebecker Chaussee den Usedom-Radweg benutzen.

Die Einmündung auf die Weißenseer Straße ist vorerst noch provisorisch – der endgültige Kreuzungsausbau kann erst mit dem Neubau der Bahnbrücke an der Weißenseer Straße durchgeführt werden. Wichtig für die künftigen Nutzer der Ladestraße ist, dass stadtauswärts zunächst kein Linksabbiegen von der Weißenseer Straße in die Ladestraße erlaubt ist. Diese Möglichkeit wird erst mit dem Brückenbau eingerichtet.

Bernau investierte für den Bau der Ladestraße rund 5,3 Millionen Euro, die mit einer 50-prozentigen Förderung durch das Land Brandenburg mitfinanziert wurden. Die P&R-Anlage wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.