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3. Treidelfest am Finowkanal in Niederfinow

, SHW Tourismus- und Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Niederfinow mbH

Foto: Lars Wiedemann

Mit Muli, Kahn und Kutsche zurück in die Geschichte

Am ersten Juliwochenende wird der Finowkanal bei Niederfinow erneut zur historischen Bühne. Vom Freitag, 3. Juli, bis Sonntag, 5. Juli 2026, lädt das 3. Treidelfest Niederfinow dazu ein, eine der ältesten Antriebsformen der Binnenschifffahrt unmittelbar zu erleben: das Treideln. Dabei wird der nachgebaute Kaffenkahn "Concordia" nicht von einem Motor bewegt, sondern wie in früheren Jahrhunderten vom Ufer aus gezogen - von kräftigen Mulis, geführt von erfahrenen Kutschern und unterstützt durch eine starke Bootscrew.

Die ersten Treidelfahrten starten bereits am Freitag, 3. Juli 2026, um 13:00 Uhr ab Lieper Schleuse. Weitere Fahrten folgen am Freitag um 14:00 Uhr ab Atomill, um 15:00 Uhr ab Lieper Schleuse und um 16:00 Uhr ab Atomill. Am Hauptfesttag, Samstag, 4. Juli, finden die Fahrten zwischen 10:30 Uhr und 17:30 Uhr statt. Am Sonntag, 5. Juli, sind weitere Fahrten um 11:00 Uhr, 12:00 Uhr, 13:00 Uhr und 14:00 Uhr vorgesehen. Die genauen Zeiten und Buchungsmöglichkeiten sind auf den Eventseiten treidelfest.info sowie auf der aktuellen Übersichtsseite der SHW Fahrgastschifffahrt abrufbar. Der Hauptfesttag ist am Samstag von 10 bis 18 Uhr und die Fahrtdauer der Treidelfahrten beträgt pro Strecke etwa 45 Minuten.

"Das Treidelfest macht sichtbar, was die Wasserstraßen unserer Region über Jahrhunderte geprägt hat: schwere Arbeit, technische Entwicklung, Transportwirtschaft und der enge Zusammenhang von Mensch, Tier und Wasserbau", sagt Jan Mönikes, Geschäftsführer der SHW Tourismus- und Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Niederfinow mbH. "Vor der Kulisse der alten und neuen Schiffshebewerke lässt sich an einem Ort nachvollziehen, wie sich die Binnenschifffahrt von der Muskelkraft über Schleusen und Hebewerke bis zur modernen Wasserstraßeninfrastruktur entwickelt hat."

Treideln: harte Arbeit statt romantischer Langsamkeit

Das Wort "Treideln" bezeichnet das Ziehen von Schiffen vom Ufer aus, auch Schiffziehen oder Halferei genannt. Menschen, Pferde, Maultiere, Ochsen oder später auch technische Zugmaschinen bewegten dabei Kähne auf Flüssen und Kanälen an langen Leinen vorwärts. Gerade auf engen Kanälen, bei Gegenströmung oder bei Windstille war diese Technik über Jahrhunderte unverzichtbar. Diese Methode war vor der Verbreitung von Dampfmaschine und Motor eine zentrale Antriebsform der Binnenschifffahrt, insbesondere auf engen, flachen oder windabhängigen Wasserstraßen. Die Zugtiere oder Treidler liefen auf eigens angelegten Treidel- oder Leinpfaden am Ufer. Über Tauwerk war der Kahn mit dem Gespann verbunden; die Schiffsleute hielten das Fahrzeug im Fahrwasser und mussten besonders an Kurven, Brücken und Schleusen präzise manövrieren.

Was heute als entschleunigtes Erlebnis erscheint, war historisch harte körperliche Arbeit. In zeitgenössischen Quellen wird deutlich, dass das Treideln am Finowkanal ein geregeltes Gewerbe war. Ende des 19. Jahrhunderts waren Treidler in Vereinen organisiert, die für bestimmte Strecken zuständig waren und Aufträge verteilten. In einer Liste aus dem Jahr 1919 werden für Niederfinow 44 selbständige Treidler genannt; für Eberswalde sind 48 und für Schöpfurth sogar 89 Treidler überliefert.

Auch die wirtschaftliche Seite war streng geregelt. Schiffer und Treidler verhandelten über Streckenpreise, Traglasten und Bedingungen. Für die Strecke Liepe-Eberswalde wurde 1891 über das Entgelt für das Treideln schwer beladener Fahrzeuge gestritten; nach Verhandlungen einigte man sich auf einen Betrag von 6,25 Mark für die Strecke von Liepe nach Eberswalde mit über 3000 Zentnern Ladung. Solche Details zeigen, dass Treideln nicht bloß eine technische Methode war, sondern ein eigener Arbeitsmarkt mit Tarifen, Zuständigkeiten und Konflikten.

Besondere Bedeutung hatte dabei der Umgang mit den Zugtieren. Satzungen verlangten, dass nur gesunde Pferde eingesetzt wurden. Zugleich zeigen historische Dokumente, dass das Wohl der Tiere und die Arbeitsbedingungen der Hilfstreidler immer wieder Gegenstand behördlicher Kontrolle waren. Für den Finowkanal ist sogar überliefert, dass das Treideln durch Menschen im laufenden Kanalbetrieb untersagt war; an den Schleusen mussten Menschen die Schiffe allerdings weiterhin in die Kammern hinein- und wieder herausziehen.

Was heute romantisch wirken mag, war also früher harte Arbeit. Die Bewegung war langsam, die Wege waren oft schmal, nass oder schlecht befestigt, und die Arbeit verlangte Erfahrung, Kraft und Disziplin - von Mensch und Tier. Ein Lastkahn mit schwerer Ladung ließ sich nicht einfach "ziehen"; er musste in Bewegung gebracht, gehalten, abgebremst und durch Schleusen geführt werden. Die Geschwindigkeit lag regelmäßig deutlich unter der heutigen Gehgeschwindigkeit. Dafür war das Treideln zuverlässig, unabhängig von Wind und wesentlich effizienter als der Transport großer Lasten über Land.

Der Finowkanal: Wasserstraße, Wirtschaftsader und Denkmal

Der Finowkanal gehört zu den bedeutendsten historischen Wasserstraßen Deutschlands. Er gilt als älteste noch schiffbare künstliche Wasserstraße Deutschlands, ist rund 42 Kilometer lang und verfügt heute über 12 historische Schleusen. Seit mehr als 400 Jahren verbindet er die Havel mit der Oder und war über lange Zeit eine zentrale Verkehrsachse der Mark Brandenburg. 
Seine Geschichte beginnt im frühen 17. Jahrhundert. Bereits 1603 erteilte Kurfürst Joachim Friedrich den Auftrag, eine schiffbare Verbindung von der Havel über die Finow zur Oder zu schaffen. 1609 konnte eine erste Teilstrecke befahren werden; der Ausbau wurde bis 1620 fortgesetzt. Im Dreißigjährigen Krieg verfiel die Anlage jedoch weitgehend. Erst unter Friedrich II. wurde der Kanal ab 1743 wiederhergestellt; 1749 war er wieder befahrbar. Heute ist der Finowkanal rund 42 Kilometer lang, verfügt heute über 12 historische Schleusen und gilt als älteste noch schiffbare künstliche Wasserstraße Deutschlands.

Auf dem Finowkanal war das Treideln besonders naheliegend. Der Kanal ist schmal, kurvenreich und durch zahlreiche Schleusen geprägt. Segel konnten nur bei günstigem Wind helfen. Für den planbaren Transport von Ziegeln, Holz, Metallen, landwirtschaftlichen Produkten und Baumaterialien war deshalb die Zugkraft vom Ufer aus über lange Zeit eine zentrale Antriebsform.

Im 19. Jahrhundert wurde der Finowkanal zur Lebensader einer frühindustriellen Region. An seinen Ufern entstanden und wuchsen Werke der Metallverarbeitung, Ziegeleien, Papierfabriken, Mühlen und weitere Betriebe. Die Wasserstraße ermöglichte den Transport schwerer Massengüter zu vergleichsweisen niedrigen Kosten. Aus dem Finowtal wurden Baumaterialien, Ziegel, Eisenprodukte und andere Güter in Richtung Berlin und Stettin verschifft; zugleich kamen Rohstoffe und Waren in die Region. Der Kanal prägte damit nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Siedlungs- und Arbeitsgeschichte des gesamten Finowtals.

Doch die technische Entwicklung ging weiter. Mit dem 1914 eröffneten Oder-Havel-Kanal entstand eine leistungsfähigere Wasserstraße für die Großschifffahrt. Der Finowkanal verlor seine überregionale wirtschaftliche Bedeutung, blieb aber als historisches Wasserbauwerk, Freizeitrevier und Zeugnis der Industriegeschichte erhalten. Heute sind die früheren Treidelwege beliebte Rad- und Wanderwege; der Kanal ist ein Ziel für Sportboote, Kanus, Ausflugsgäste und technikhistorisch interessierte Besucher.
Mit dem 1914 von Kaiser Wilhelm II. noch kurz vor dem 1. Weltkrieg eingeweihten Oder-Havel-Kanal mit der heute verfallenen riesigen Schleusentreppe und später mit dem 1934 in Betrieb genommenen Schiffshebewerk Niederfinow verlagerte sich die überregionale Großschifffahrt auf leistungsfähigere Anlagen. Der Finowkanal verlor seine frühere Funktion als Hauptverkehrsader, blieb aber als technisches Denkmal, Freizeitrevier und Zeugnis der Industriegeschichte erhalten. Die einstigen Treidelpfade sind heute Wege für Spaziergänger, Radfahrer und Besucher; beim Treidelfest wird ihre ursprüngliche Funktion wieder anschaulich.

Die "Concordia": ein Kaffenkahn als schwimmendes Geschichtsbuch

Im Mittelpunkt des Treidelfestes steht die "Concordia", ein historischer Kaffenkahn-Nachbau. Kaffenkähne waren robuste, flachgehende Lastkähne der märkischen Wasserstraßen. Sie waren so gebaut, dass sie auf engen Kanälen, in flachen Gewässern und durch Schleusen sicher eingesetzt werden konnten. Auf ihnen wurden Güter transportiert, die für den Aufbau und die Versorgung der Region und der Hauptstadt Berlin wichtig waren.

Die "Concordia" macht diese Transportgeschichte sichtbar. Der Nachbau entspricht dem Typus eines historischen Kaffenkahns und ist beim Treidelfest das zentrale Demonstrationsobjekt. Die Strecke zwischen Lieper Schleuse und Atomill ist rund 700 Meter lang; eine Fahrt dauert etwa 45 Minuten. Die Treideltickets (gegen eine Spende von wenigstens 9€ an den Verein) gelten jeweils für eine Einwegstrecke zwischen den Stationen Lieper Schleuse und Atomill; der Rückweg erfolgt zu Fuß oder mit Kremser-Shuttle. Bei Onlinebuchung ist die Kutschfahrt zurück zum Ausgangspunkt bereits eingeschlossen.

Der Einsatz von Mulis ist dabei nicht nur ein publikumswirksames Bild, sondern historisch plausibel. Maultiere und Mulis galten wegen ihrer Ausdauer, Trittsicherheit und Belastbarkeit als besonders geeignete Zugtiere. Auf schmalen Wegen, in unebenem Gelände und bei langen Arbeitstagen waren diese Eigenschaften entscheidend.

Die "Concordia" wurde von 1998 bis 2000 in der Werft Malz in Oranienburg unter wissenschaftlicher Beratung des Technikmuseums Berlin gebaut. Heute liegt sie im Museumshafen des Ziegeleiparks Mildenberg und erinnert dort an die Bedeutung der Wasserwege für den Ziegeltransport nach Berlin. Für das Treidelfest kommt sie nach Niederfinow und wird dort zum lebendigen Anschauungsobjekt der brandenburgischen Schifffahrtsgeschichte.

Beim Fest verkehrt die "Concordia" auf dem Finowkanal zwischen dem Anleger Lieper Schleuse und dem Anleger Atomill. Die Fahrten dauern etwa 45 Minuten. Online-Reservierungen werden bevorzugt behandelt; zusätzliche Plätze werden vor Ort nach Verfügbarkeit vergeben, wobei Spenden erbeten werden.

Mulis statt Motoren

Gezogen wird die "Concordia" von Mulis der Familie Rensch aus Lychen. Dass in Niederfinow Mulis eingesetzt werden, ist nicht nur publikumswirksam, sondern auch historisch plausibel. Maultiere und Mulis galten traditionell als ausdauernd, trittsicher und belastbar. Gerade auf schmalen Wegen, in unebenem Gelände oder bei langen Arbeitstagen waren solche Eigenschaften entscheidend. Das Fest knüpft damit an die frühere Arbeitswelt der Wasserstraßen an, ohne sie zu verklären: Die Vorführung macht sichtbar, wie viel Koordination zwischen Tierführung, Bootscrew und Schiffsleuten erforderlich ist.

Zugleich erweitert das Treidelfest den Blick auf die Rolle von Arbeitspferden und Zugtieren in der Verkehrsgeschichte. Vor der Motorisierung waren Tiere nicht Beiwerk, sondern Teil der Infrastruktur. Ohne sie wären viele Warenströme, die Städte wie Berlin versorgten und die industrielle Entwicklung Brandenburgs ermöglichten, in dieser Form kaum denkbar gewesen.

Technikgeschichte zwischen Tierkraft, Elektrolok und Schiffshebewerk

Das Treidelfest zeigt nicht nur vormaschinelle Schifffahrt, sondern auch den Übergang zu moderner Technik. Am Finowkanal wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts über elektrische Antriebe nachgedacht 1898/1899 wurde bei Eberswalde sogar eine Versuchsstrecke für Treidelloks beziehungsweise eine Seilbahn eingerichtet wurde. Später kamen Elektroloks auch an der Schleusentreppe Niederfinow und am Schiffshebewerk zum Einsatz.

Damit spannt das Treidelfest einen weiten Bogen: von der Tierkraft am Leinpfad über technische Experimente der frühen Elektrifizierung bis zu den monumentalen Schiffshebewerken in Niederfinow. Die regulären Fahrten der SHW Fahrgastschifffahrt finden auch während des Treidelfestes parallel statt und führen durch die Schiffshebewerke und zeigen, wie Schiffe heute den Höhenunterschied von 36 Metern zwischen Oderhaltung und Oder-Havel-Kanal überwinden. Die Fahrgastschifffahrt bietet zwischen März und Oktober mehrfach täglich Linienfahrten mit den Schiffen "Luise" und "Freiherr von Münchhausen II" an. Am Festwochenende sind beide Schiffe im Einsatz. Infos und Tickets gibt es Online unter https://www.schifffahrt-niederfinow.de/.

Wichtig für Besucherinnen und Besucher: Die regulären Rundfahrten durch die Schiffshebewerke und die Treidelfahrten auf der "Concordia" sind zwei unterschiedliche Angebote. Beide können am Festwochenende miteinander kombiniert werden, benötigen aber jeweils eigene Buchung beziehungsweise Teilnahmebedingungen. Die Fahrt mit dem Treidelkahn ist eine von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins "Unser Finowkanal e.V." verantwortete Vereinsveranstaltung, die nur durch die Spenden der Teilnehmenden und aktive Hilfe von Mitgliedern und Freunden des Vereins durchführbar ist, ist keine reguläre Fahrgastschifffahrt, so dass Zeiten und Durchführung nicht garantiert werden können.

Programm am Hauptfesttag

Der Hauptfesttag am Samstag, 4. Juli 2026, findet von 10 bis 18 Uhr statt. Das Festgelände liegt am Krafthaus des Schiffshebewerks Niederfinow, Hebewerkstraße 70a, sowie entlang des Finowkanals zwischen dem Anleger Lieper Schleuse und dem Anleger Atomill. Der Eintritt zum Festgelände ist frei; kostenpflichtig sind insbesondere Fahrten auf der "Concordia", Kutsch- und Kremserfahrten sowie einzelne Zusatzangebote. Die Eventseite nennt für die Treidelfahrt einen Preis von 16 Euro regulär und 9 Euro ermäßigt. 

Zum Programm gehören ein großer Festmarkt auf der Krafthauswiese, Info- und Mitmachstände, kulinarische Angebote an den Schiffsanlegern Atomill und Lieper Schleuse, Musik, Ponyreiten, Bastelangebote, Kinderschminken, Hobby-Horsing, Glücksrad, Hüpfburg und Spiele für Kinder. An der Lieper Schleuse sind am Samstag kostenlose Besichtigungen vorgesehen. Außerdem gibt es begleitete Besuche zur Wildpferdweide. 

Ergänzend ist die Wildpferdweide an den Schiffshebewerken ein eigenständiger Bezugspunkt des Festwochenendes. Seit 2022 gibt es in Niederfinow eine Zusammenarbeit mit der Stiftung "Liebenthaler Pferdeherde" der Gemeinde Liebenwalde, um die Liebenthaler Pferde als seltene und wenig bekannte Pferderasse den Besucherinnen und Besuchern der Schiffshebewerke vorzustellen. Die Tiere können über Patenschaften unterstützt werden; Informationen dazu bietet die Seite https://pferde-niederfinow.de. Am Sonntag, den 5.6.2026, gibt es um 11:00 Uhr im Infozentrum der Hebewerke eine kostenlose Infoveranstaltung für alle Paten und Freunde dieser "Wildlinge".

Hinweise zu Anreise, Wegeführung und Barrierefreiheit

Für Besucherinnen und Besucher ist die Wegeführung während des Treidelfestes besonders wichtig. Die Dammkrone auf der den Hebewerken gegenüberliegenden Seite des Finowkanals bleibt aus Sicherheitsgründen ausschließlich den Zugtieren vorbehalten und ist für Besucher gesperrt. Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Wanderweg auf der Hebewerkseite. Von dort bestehen gute Sichtmöglichkeiten auf die Treidelstrecke; der Roggemann-Holzbohlenweg kann als Abkürzung genutzt werden. 

Parkmöglichkeiten bestehen kostenpflichtig direkt am Schiffshebewerk. Zusätzlich wird auf den kostenlosen Parkplatz "An der Schleusentreppe" hingewiesen; von dort führt ein etwa zwei Kilometer langer Weg zum Festgelände. Die Straße "Lieper Schleuse" ist aus Sicherheitsgründen für private Besucher gesperrt, eine direkte Zufahrt zum Anleger ist daher nicht möglich. Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bietet sich die Regionalbahn RB 63 bis Bahnhof Niederfinow an; vom Bahnhof sind es etwa 15 Minuten Fußweg bis zum Treidel-Anleger am Atomill.

Die Hauptwege am Krafthaus sind gut befestigt und mit Rollstuhl oder Kinderwagen nutzbar. Historischer Treidelkahn, Kutschen und Kremser sind jedoch bauartbedingt leider nicht barrierefrei.

Ein Fest des ehrenamtlichen Engagements

Das Treidelfest ist ein gemeinsames Projekt der SHW Tourismus- und Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Niederfinow mbH und des Vereins "Unser Finowkanal e. V.". Zu den Partnern zählen unter anderem pro agro / Pferdeland Brandenburg, der Tourismusverband Seenplatte, der Zweckverband Region Finowkanal, die Muli-Rensch Lychen und die Freiwillige Feuerwehr Niederfinow. 

Gerade dieses Netzwerk macht den besonderen Charakter der Veranstaltung aus. Das Treidelfest ist keine bloße Nostalgieinszenierung, sondern praktische Geschichtsvermittlung. Es zeigt, wie ein historisches Gewerbe funktionierte, welche wirtschaftliche Bedeutung die Wasserstraßen hatten und wie aus einer früheren Arbeits- und Transportlandschaft ein heutiger Erlebnis- und Kulturraum geworden ist.

Daten und Fakten

Veranstaltung: 3. Treidelfest Niederfinow
Termin: Freitag, 3. Juli, bis Sonntag, 5. Juli 2026
Erste Treidelfahrten: Freitag, 3. Juli 2026, ab 13:00 Uhr
Hauptfesttag: Samstag, 4. Juli 2026, 10:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Krafthaus am Schiffshebewerk Niederfinow, Hebewerkstraße 70a, 16248 Niederfinow, sowie Finowkanal zwischen Lieper Schleuse und Atomill
Eintritt: Festgelände frei; Treidelfahrten, Kutschen/Kremser und einzelne Zusatzangebote kostenpflichtig oder es werden Spenden erbeten.
Treidelfahrten: ca. 45 Minuten, Einwegstrecke zwischen Lieper Schleuse und Atomill
Hauptattraktion: Kaffenkahn "Concordia", gezogen von Mulis
Eventseiten: https://treidelfest.info sowie die aktuelle Übersichtsseite der SHW Fahrgastschifffahrt https://www.schifffahrt-niederfinow.de/treidelfest-2026/ zum Treidelfest 2026; dort sind Zeiten, Buchungshinweise, Preise, Wegeführung und aktuelle Hinweise abrufbar.